Mittwoch, 9. Januar 2013

Basler Innenstadt wird 30er-Zone

"Was lange gährt wird endlich faul" *) hatte ich früher einmal in einem Schulaufsatz geschrieben. Literarische Lorbeeren hat es mir nicht gebracht. Aber hier ein Beispiel, was damit gemeint war: Unsre liebe Stadt Basel macht Ernst mit der Umgestaltung der City, liebevoll "fussgängerfreundlich" beeigenschaftswortet. So kann man denn von der Mittleren Brücke getrost bis zur Freie Strasse in einer Fussgängerzone wandeln, die City wird zur Tempo 30 Zone. Jeehmersnei Frau Meeeerian, würde weiland HD Läppli wohl sagen... Ich bin ja auch zum Fussgänger geworden und bin als citadiner Mensch froh um wenig böse Autos, die einem ans Schlafittchen wollen. Blau bedeutet also nicht nur ein hauptsächlich von männlichen Personen als erstrebenswert angesehener Zustand, sondern auch die Tempo 30 Zone ab 2013 in der Basler Innenstadt, schön ersichtlich auf diesem tollen Bild. Das Gelbe vom Ei ist nun für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Cyclisten können sich an die orange markierten Strecken halten, dann werden sie wenig belästigt weil da erlaubt. Aber, die gestichelten Linien, da darf nur gestossen werden, nix di pix mit fahren (sogenannte Schiebezonen):

Der <b>blaue</b> Bereich wird ab 2013 flächendeckend zur Tempo-30-Zone. Der <b>gelb</b> dargestellte Innenstadtkern wird für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Velos können sich auf den <b>orange</b> eingezeichneten Routen bewegen.

*) Nach über 20 Jahren, in denen sich der Quartierverein «Lääbe in dr Innestadt» für eine Entlastung vom motorisierten Individualverkehr stark machte, «werden nun Nägel mit Köpfen gemacht», wie sich Baudirektor Hans-Peter Wessels ausdrückte. Das heisst, die Umsetzung des neuen Konzepts wurde bereits im Januar 2011 vom Grossen Rat beschlossen. Seither wurde im Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) die entsprechende Verkehrsverordnung erarbeitet und im Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) die Umsetzung im Detail geplant. Dabei waren auch Interessenverbände seitens Gewerbe und Anwohnern miteinbezogen.

hier eine etwas grösse Ansicht, schön pastellfarben ohne störende Linien

Geplante Verkehrsanordnung: In der gesamten Innenstadt (blau) gilt generellt Tempo 30, auch für den Tramverkehr. Die Kernzone (gelb) wird motorfahrzeugfrei.

Und... die RASER-TRAM sind bald auch Vergangenheit. Denn auch für die lieben ÖVs gilt ab Mitte 2013 Tempo 30 (das ist hart!)... Trämli Trämli Trämli Trämli, Trämli uf di waart i nämli...

Rot eingezeichnet die ÖV-Achsten. Für den Tramverkehr gilt ab Mitte 2013 auch Tempo 30.

Jetzt darf es mich also nicht mehr stören, wenn frühmorgens aber nicht so früh, meist Mittwochs, das überdimensionale Aufgebot der Stadtpolizei (bis 8 böse Tschugger) dann die noch böseren Velofahrer aufhalten, die aus der Freie Strasse mit viel Schuss kommend, vor dem Marktplatz abgefischt werden. Sie hätten ja vor der Post links in die Rüdengasse abbiegen müssen, da das kurze Stück ab der Schlüsselzunft Fahrverbot hat. Dass dann aber teilweise 3 Polizisten auf den armen Zyklisten einreden, ist mir zuviel des Guten. Nun ja, bei Velos drücken wohl viele Anwohner ein Auge zu. Auch Lieferanten werden gebüsst, die ja nicht freiwillig dort stehen, sondern arbeiten, das ist wieder typisch Amtschimmel. Nun, ich wollte bloss auf die schöne Innenstadt von Basel hinweisen, wo unsere noch schönere Petersgasse nun mal liegt, wer sich für mehr Verkehrsblabla interessiert, kann zum Beispiel hier weiterlesen:

http://bazonline.ch/basel/stadt/Staatlich-gefoerdertes-Verkehrschaos-auf-Basels-Strassen/story/27664588?track

http://bazonline.ch/basel/stadt/Autofreie-Innenstadt-sorgt-fuer-Aerger/story/26700994?track

Ein kurzer Abschnitt aus dem 2. Beitrag soll zeigen, worum es geht:

Aber auch viele andere Dinge sind unklar: Welche Bewilligung braucht ein Geldtransporter, der aus Sicherheitsgründen zu verschiedenen Zeiten kommen können muss? Was passiert mit Expresslieferungen, beispielsweise für Apotheken oder den Detailhandel? Die Verordnung geht auch nicht auf die Bedürfnisse der Handwerker ein, die im autofreien Perimeter zwischen Petersgraben, Leonhardsgraben, Steinenberg, St.-Alban-Graben sowie der Kleinbasler Altstadt zu tun haben. Wo können sie inskünftig parkieren, wenn alle Parkplätze weg sind? Welche Bewilligung brauchen Betroffene, wenn sie ausserhalb der vorgesehenen Anlieferzeiten (von Montag bis Freitag zwischen 6 und 11 Uhr) Arbeiten erledigen? Wie hoch sind die Gebühren? Wie schnell und wo kommen sie zu einer Bewilligung? Fragen über Fragen. (BAZ 22.10.12)
mit gemeint war:

Was uns natürlich als Bewohner von Grossbasel selber etwas stört, sind die Einschränkungen, welche unter dem Stichwort "Anwohnende Güterumschlag" im Kapitel "Bewilligungsfreie Zufahrten" notiert ist: Montag bis Donnerstag: 20 bis 11 Uhr des folgenden Tages; Freitag/Samstag: 20 bis 9 Uhr; Samstag bis Montag: Sa. 20 bis Mo. 11 Uhr.

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