Freitag, 21. Dezember 2012

Das Haus Zum Kempfen

Ah, jeden Tag tuckere ich an diesem dollen Haus vorbei, und jeden Tag steht es leer, und jeden Tag denke ich, es wäre doll dort oben eine Wohnung zu entwerfen, designen, erdenken, verzeichnen, abmessen, beleben, und darum werde ich hier mal über die Schönheit dieser Fassade reden. Die spricht nämlich für sich ganz allein, elegant, nicht pompös, und nicht zu verspielt. Eben so wie ich es mag. Und wo meine Ars & Crafts, Secession und Art Déco Möbel ein perfektes Zuhause haben würden.






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Nun, also die Information, dass pro Stockwerk nicht mal 20m2 Fläche bestünden, schockiert ein wenig, da wollen die Einzimmerwohnungen basteln, das geht ja mal gar nicht. Ich bin also selbsternanntes Organisationskommitee. Gut. 1. Stock mit dem wundervollen Art-Nouveau Fensterrahmen, über die ganze Breite des Hauses... faszinierend (würde Theo Lingen sagen): Esszimmer. 2. Stock. Küche und dergleichen, 3. Stock: Wohnzimmer. 4. Stock. Dodo. 5. Stock, etwas zurückgebildet, weil vorne kleine Terrasse, mit 2 Giebelfenster: das Studierstüblein und evtl. Atelier je nach Kreativität. Und: an Stelle des breiten Treppenhauses, das die Grundfläche des doch sehr kleinen Gebäudes recht schmälert, müsste ein Paternosteraufzug hahaha...







Dies und das... Krümel aus der Geschichte

..hinab, an der Bäumleingasse und am Münsterberg mit dem Dreizackbrunnen – dieser wird seit einigen Jahren jeweils am ersten Jänner zünftig in Beschlag genommen – vorVon Banner-Redaktor Max Pusterla bei, so erreichen wir nach wenigen Schritten das Kaufhaus zum Pfauen. Es trägt heute die Strassennummer 71. Bis 1889 stand dort zwischen dem «Haus zur Welt» und dem «Haus zum Kempfen» das Zunfthaus der E. Zunft zum Goldenen Stern. Die Gesellschaft der Scherer und Bader hatte es 1398 erworben. 1553 wurde es erstmals umgebaut. Prekärer baulicher Zustand erzwang 1832 einen erneuten Umbau. 1889 verkaufte die Zunft das Haus an einen ihrer Zunftbrüder, und 1889 wurde es abgebrochen. Heute erinnert eine Plakette an das Zunfthaus, in dem beispielsweise anno 1841 von Verleger Schabelitz und Redaktor Scherb die Basler National-Zeitung gegründet wurde.

Tjach, und wie es immer ist, gibt es gleich noch ein zweites Haus "zem Kempfen", Spalenvorstadt 30... hier das Blabla vom Spalenvorstädtischen Webgeseits:

Das Krug'sche Fideikommisshaus:

Mit grosser Wahrscheinlichkeit stammt der Kernbau des Hauses aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Darauf deuten an der Fassade die spätgotischen Fensterreihen mit den gekehlten Sandsteingewänden und den Sandsteinstützen hin. Interessant sind die Auskünfte über die Bewohner des Hauses ’zum Kempfen’, die aus den Urkunden und Akten zu erfahren sind. Man findet beispielsweise bestätigt, dass auch in der mittelalterlichen Spalenvorstadt Handwerker mit den unterschiedlichsten Berufen tätig waren, auch solche, die von auswärts kamen. 

Die erste urkundliche Erwähnung der Liegenschaft stammt aus dem Jahr 1314. Damals verlieh sie das Chorherrenstift St. Peter einer Frau Yrmine mit der Auflage, dass dem Hinterhaus am Spalengraben 5 ein freier Ein- und Ausgang durch das Vorderhaus gestattet sein solle. Drei Jahrzehnte später ist ein Wirt, Nicolaus Vogler, als Besitzer erwähnt, der seinen Namen nach dem Wirtshaus ’zum schwarzen Vogel’ Spalenvorstadt 37 (seit 1461 ’zum wissen Rösslin’) trug. Nach Vogler wurde der Vorgängerbau des heutigen Spalentors ’Voglerstor’ genannt.

Zwei Jahre nach dem grossen Erdbeben von 1356 trat Vogler die Liegenschaft an einen Kornmesser,  Johannes von Hegenheim, ab. Von diesem ging sie an den Kürschner Peter Siglin über, der 1405/06 als  Ratsherr der Kürschnerzunft wirkte. Nun folgte 1390 ein aus Frankfurt hergezogener Wagner als Besitzer.  Von Beruf Wagner war auch der nächste Besitzer, der aus Ulm stammende Johannes Besserer. Eine weitere interessante Nachricht zu den Besitzern der Liegenschaft datiert aus dem Jahr 1449: Der Wagner Heinrich Wittich beklagte sich bei den über das städtische Bauwesen gesetzten Lohnherren darüber, dass das Wasser vom Dorenbach durch sein Haus und seinen Garten laufe, worauf der Rat eine Leitung durch die Liegenschaft legen liess. Vom Dorenbach war bereits im 13. Jahrhundert für die Kanalisation ein Arm abgezweigt worden, der durch den Herrengraben floss und von dort unterirdisch bis zum Petersplatz geführt wurde. 

Nach Wittichs Tod verkauften die Erben das Haus 1471 an Werlin Faesch, den Urenkel des Stammvaters, der 1409 in Basel eingebürgerten Familie und Bruder des Steinmetzen Ruman Faesch, des Werkmeisters am Domstift (Münster). Auch Werlin Faesch war Wagner wie sein Neffe, dem er 1518 die Liegenschaft überliess. 

In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wohnten Kummetsattler (Kummet: um den Hals liegender Teil des Pferdegeschirrs) im Haus an der Spalen. Anno 1700 kam die hoch verschuldete Liegenschaft unter den Hammer und wurde einem Schneider zugeschlagen, der sich, noch im selben Jahr, um die Bewilligung bewarb, in der Liegenschaft ein Färbhaus mit Färbkessel einrichten zu dürfen. Offenbar wurde sie ihm verweigert, denn 1703 veräusserte er das Haus an die Brüder Hans Ludwig und Remigius Krug.

Die Familie Krug erwarb 1488 das Basler Bürgerrecht. Mit Sebastian Krug gelangte das Geschlecht bereits in der zweiten Generation in den Kleinen Rat, das heisst in die Regierung. Dessen Sohn, der Eisenhändler Kaspar Krug, wurde 1559 Bürgermeister. Bürgermeister wurde auch sein Urenkel, Johann Ludwig Krug, der mit seiner Gattin, einer Tochter Johann Rudolf Wettsteins, im ’Spalenhof’, dem heutigen ’Theater Fauteuil’ residierte.

Die Söhne des Bürgermeisters Johann Ludwig Krug-Wettstein waren die bereits genannten Brüder Hans Ludwig und Remigius Krug, die Besitzer des Hauses in der Spalenvorstadt. Beide waren blind und blieben unverheiratet, weshalb sie in ihrem Testament vom Jahr 1707 das Haus einer Familienstiftung vermachten. Deshalb heisst es ’Krug’sches Fideikommisshaus’. Die Liegenschaft wurde später von der Familienstiftung vermietet, bis sie 1960 in Privatbesitz überging.

1962 bis 1964 wurde das Haus von der Eigentümerin fachkundig restauriert, wobei die alten Bogenfenster im Erdgeschoss wieder hergestellt wurden. (bt.)

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