Sonntag, 25. November 2012

Dieter, Ach Dieter!

Diesmal ist es nicht der Behring (der hat eh schon zu viel Platz hier), sondern mein Freund und Held meiner Vergangenheit.. aber eigentlich stell ich das hier bloss rein weil ich den Ueberblick verliere und immer mehr Notizzettel meine 3 Arbeitsbereiche zieren, und ich wirklich den Kopf nicht mehr finde vor lauter Gedanken, oder so. Und auch zu viele Browserfenster offenhab, sodass der Güggel Krom immer abstürzt. Nun, kürzlich hab ich einem unbekannten Menschen gemailt, und der nette kreative Mensch hat mir auch noch geantwortet, und der Grund war zwar ein anderer aber der einte Grund war dann halt die Referenz seines Berufes übergreifend auf das was seinerzeit Ruedi Schill, der Performancekünstler, gemacht hatte, als er noch Schill Druck als Brötchendrucke hatte, Nötchendrucke wär wohl besser, in der Bröt frisst der Deibel Dröht, da wären wir dann beim 2. Thema: Dröht, Mundart, für Drähte, führt zu Kabel, Kupfer, Legierungen, Metallen... und danach sowieso zu allem Rostigen. Auch mein Humor. Meine Kommunikations- und auch Flirtfähigkeit. Meine Kalligraphie. Mein körperliches Exerzizium sowieso. Rost also. - Nun, also der eine Anteil dieses Hirnentleerungstextes wäre MURMEL. Darum geht es ja eigentlich. Und damit ich eben die Pendenz hierhin legen kann, damit ichs wieder finde, wie gesagt. so gesagt. ich bin müde. nun, bevor ich jetzt nur noch leerlauf tipze, ... blabla

Eigentlich wollte ich bloss verhindern schon wieder ein Zettel oder ein .rtf zu wursteln, somit hier mal den Text parkieren:  (den 2. Teil kann man sich schenken, hier, hic et nunc, wird bloss über Murmel gemurmelt):


Dieter Roth (1930–98): Entladungskünstler, Durchlauferhitzer, Entäußerungsartist, Entblößungsakrobat, Selbstperformer, erfolgreicher Selbstverhinderer, Selbstentgrenzer und Selbstentstilisierer. Er ist Schriftsteller, Filmer, Maler, Macher, Grafiker, Performer. Sein Motto: Alles muss raus. Ein Spruch, der gewöhnlich auf einen Ausverkauf hinweist. Und tatsächlich versucht Dieter Roth den letzten Scheiß an den Mann/die Frau zu bringen. Und das ist wörtlich gemeint. So, wenn er jeweils das letzte benutzte Toilettenpapierblatt, in langen Reihen von Leitz-Ordnern verwahrt, ausstellt. Dieter Roth gewährte uns lange vor Big-Brother-Sendungen Einblicke in die Tiefen seines Privatlebens. Typisch Entblößungskünstler, denkt man. Wohl wissend, dass die Wirklichkeit jedes Klischee schlägt. Doch Roth versucht, jenseits aller Klischees, ganz einfach nur die Wirklichkeit zu schlagen. Er trinkt sich während seiner Lesungen unter den Tisch, als Bestandteil seiner Lesung. Er liest und nimmt die Lesung auf Tonband auf. Und liest anschließend über, und gegen, die eigene Tonbandwiedergabe. Er veröffentlicht die „Zeitschrift für alles“, in der alles Eingeschickte veröffentlicht wird. Dabei bekommt jeder Einsender ein Belegexemplar, sodass die Zeitschrift sich mit zunehmender Leserschaft selbst ruinierte. Er lässt Bücher zweimal hin und zurück übersetzen und veröffentlich das Endprodukt inklusiv der Fehler. In diesem Zuge, vielleicht in ironischer Referenz auf die Bewegung konkrete Poesie, in der er auch gehandelt wurde, muss auch „Murmel“ 1974 als Stück entstanden sein. Ein Packpapierheftchen, in dem nur dieses einzige Wort hundertfach steht.

Herbert Fritsch, Jahrgang 1951, Schauspieler und Regisseur, Hallodri und Übertreibungskünstler, Luftikus und Spaßvogel, als der er wohl auch Roths Heftchen entdeckt haben muss und scheinbar einen Geistesverwandten erkannt zu haben glaubt. Er hat die Unmöglichkeit gewagt, dies Stück aufzuführen. Gelungen ist ihm das nicht. Dass er es versucht hat, gerade diesen Text aus der bildenden Kunst zu generieren, ist ihm hoch anzurechnen. Dieter Roth ist ein äußerst ernsthafter und ernst zu nehmender Künstler. Erst dadurch entfaltet er seine eigentliche Größe. Selbst wenn man den kulturkritischen Gestus seiner Lebensperformance streicht, bleibt ein einzigartig kunstvoll fragiles Werk. Herbert Fritsch bringt gerade diese Ernsthaftigkeit nicht auf. Sein Theaterstück wirkt wie kultivierte Workshopstammtischideenregie. Und um das nicht dumm wirken zu lassen, wimmelt es von Zitaten. 50/60-Jahre-Kostüme und Frisuren, Tütü-Späßchen, Verweise auf Eurythmie- und Tanztheater-Gruppendynamiken und einBarnett-Newman-Hard-Edge-Bühnenbild, das „Wer hat Angst vor Rot, Gelb, Blau“ – entstanden zwschen 1966 und 1970 – zitiert. „Dinner for Two“-Stolpergags und Bühnenstürze ins Parkett. Schlau zitiert in ihrer spielerisch distanzierenden Übertreibung, um sie als listig fragendes Ausrufezeichen erscheinen zu lassen. Und genau in dem Moment, da man sich fragt, wie es mit diesem einzigen Wort Murmel, dessen akustische Maske immer wieder gewechselt wird, das 70-minütige Stück weitergehen soll, setzt Musik ein. Musik als Kitt, der den Teller Buntes mit einem süß klebrigen Guss überzieht. Als vertraue man den Worten – pardon dem Wort nicht mehr. Keiner dieser Theatergemeinschaftsgags ist zu billig, als dass man ihn nicht so lange wiederholt, bis er langweilt und nur noch als Zitat seiner selbst funktioniert. Und auch der Effekt des rasend atmenden Bühnenbilds, aus farbig zusammengeschobenen Leinwänden, einen so überraschend einfach wie erfrischendem, wird dann so oft in verschiedenen Variationen wiederholt variiert, bis er schal wird. Als folgte das Ganze der Angst, das 11. Gebot nicht übertreten zu wollen, das da lautet: Du sollst nicht langweilen. Doch gerade (auch) aus dieser Langeweile-Ecke kommt Dieter Roth. So spielt Fluxus gerade mit der Erfahrung der kultivierten Langeweile. Einer Langeweile, in der der Zuschauer, zurückgeworfen auf sich selbst, sich seiner selbst, seiner Ansprüche und Erwartungen bewusst wird. Von Samuel Beckett bis John Cage. Dafür bleibt, bei diesem bunt inszenierten Feuerwerk zwanghaft guter Laune und Unterhaltungssucht keine Zeit. 


Christoph Bannat


ah da hats ja n kommentar dazu

24.03.12

Dramatik


"Das langweiligste Theaterstück der Welt"

Der Regisseur Herbert Fritsch inszeniert in Berlin das Stück "Murmel Murmel" des Schweizers Dieter Roth. Sein Text lautet nur "Murmel Murmel" und soll einen ganzen Abend lang gespielt werden. Von 



Der Schweizer Dieter Roth war einer der vielseitigsten und verstörendsten Künstler der Nachkriegszeit: Er schuf nicht nur Werke, die quer zu allen Moden standen. Sondern er schrieb auch konkrete Poesie. Sein Theaterstück "Murmel Murmel" besteht ausschließlich aus diesen beiden Wörtern, die endlos wiederholt werden. Der Regisseur Herbert Fritsch inszeniert das dramenlose Drama nun an der Berliner Volksbühne . Die Premiere ist am 28. März.
Welt Online : Wie kommen Sie auf die Idee, dieses Stück zu inszenieren?
Herbert Fritsch : Das Stück kenne ich seit Anfang der Achtziger. Damals habe ich Dieter Roth selber kennengelernt und vor allem einen Galeristen, der mit ihm sehr befreundet war – Felix Handschin. Der hat mir gesagt: "Wenn du mal Regie machst, musst du unbedingt ,Murmel Murmel' inszenieren." Er hat mir das Stück gezeigt. Das Buch war so ein "Objekt", wo nur "Murmel Murmel" drinstand. Mich hat die Vorstellung fasziniert, ein Buch zu haben, in dem gemurmelt wird, weil ich mich, wenn ich vor einer Bücherwand stehe, ohnehin frage: Was machen diese Texte jetzt da drin? Ich habe immer das Gefühl, die murmeln da vor sich hin. Erstmals haben wird das Stück dann zur Beerdigung von Felix Handschin im Baseler Theater 20 Minuten lang ganz frei aufgeführt.
Welt Online : War das die erste Aufführung des Stückes überhaupt?
Fritsch : Vorher hatte Werner Düggelin schon die Welturaufführung gemacht. Das Stück war ja Düggelin gewidmet und sollte "Das langweiligste Theaterstück der Welt" sein. Darüber ist ihre Freundschaft zerbrochen, weil der Düggelin das Stück mit Balletttänzern und Opernsängern und allem drum und dran inszeniert hat – also einen Riesenaufriss gemacht hat. Das fand Dieter Roth falsch. Er hat gesagt, Düggelin habe das Stück verleugnet.
Welt Online : Wie wollen Sie das vermeiden?
Fritsch : Ich stehe natürlich vor genau dem gleichen Problem. Die Gefahr besteht, dass man Szenen baut, wo gar keine sind, und sich bei den Zuschauern dafür entschuldigt, dass man jetzt "Murmel Murmel" macht. Davon kommen wir aber immer mehr ab. Das Ganze hat eine grafische Struktur, es ist in Sechserrhythmen geschrieben. Das studieren die Schauspieler jetzt richtig ein – mit Zählen und allem Drum und Dran. Das wollen wir beinhart durchziehen. Für mich hat das merkwürdigerweise einen großen Witz. Es ist sehr unterhaltsam in dieser Penetranz, in der es vorgetragen wird. Aber teilweise wachen die Schauspieler nachts schweißüberströmt auf und haben Angstträume – mir geht’s genauso –, weil sie denken: Um Gottes willen! Das wollen wir den ganzen Abend durchhalten? Wie soll das gehen?
Welt Online : Sie gelten ja eher als Regisseur für die sogenannten unverwüstlichen Stücke: Komödienklassiker von Schönthan oder Curt Coetz, aber auch Brechts "Puntila" und Ibsens "Nora". Warum stürzen Sie sich jetzt auf so etwas komplett Postdramatisches?
Fritsch : Solche dramenlosen Stücke haben bei mir auch eine lange persönliche Geschichte: Nachdem ich als junger Schauspieler in Heidelberg gelangweilt gekündigt hatte, bin ich 1979/80 mit einem Abend aufgetreten, wo ich all das gemacht habe, was man mir am Theater nicht erlaubte. Das war die sogenannte Nullshow, für die ich mir selber Regeln gesetzt habe: Keine Vorbereitung, keine Proben, keine Überlegung vorher, was ich machen werde und keine artikulierte Sprache – nur Laute. Stattdessen Fratzenschneiden bis zum Gehtnichtmehr – eine richtige hochfrequente Grimassenshow. Auf die Bühne gehen mit "Uh!", "Ah!", "Örgh!" und das eineinhalb Stunden lang. In einem rasenden Tempo bis zur totalen Erschöpfung. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt: Das ist eigentlich mein Ding. Und jetzt will ich eben genau wie damals, das was ich mache, in gewisser Weise durchrütteln. Mal schauen, wohin das führt.


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Hmmmmm, ich habe Dieter 1978 perso bei Ruedi kennengelernt... Galerie Apropos. Also noch vor Fritsch. Er war besoffen. Nicht Fritsch. Ich war 18. Ruedi sagte, mach Dir nix draus, er ist oft betrunken. Nu ja, so wars. Ich dann auch. Mich faszinierte seine Installation im Kunstmusezm Luzern mega, war das 1979 oder 1980?... [HIER ist es: Vorbereitung der zweiten Wanderausstellung der Grafik und Bücher u.a.m. aus den Jahren 1971-79 mit Hansjörg Mayer, die vom 1.9.-21.10.79 in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt wird. ] Work in Progress, da hab ichs kennengelernt, Bedeutung am Oeuvre des Meisters... und auf seinen von Farbe und Zeugs zugemüllten/klebten/gemalten Arbeittischen, da hatte es auch Kassettenabspielgeräte, die kennt heut eh kein Kid mehr, und da spielte er auf CCs mit seinem Sohn Bjoern grausige Tonalitäten. [HIER ist was es ist: . „Beginn des Fernquartetts (die Spieler spielen, einander fern, je ein Instrument) aus Kassettenaufnahmen, mit Vera, Björn und Karl Roth“. Jeder nimmt sein Spiel: Vera (Violine), Karl (Alto), Björn (Violoncello) und Dieter Roth (Klavier) über 12 Stunden auf Tonband auf.] Was mir endlos in den Ohren klebte und mich erfreute: Hundegekläff aus Spanien. Und hintendran hatte es Schönberg's Verklärte Nacht, und ich hab es mir jeden Tag reingezogen..., das Kötergekläffe, das war für mich jungen angehenden Tonkünstler seeeehr inspirierend (siehe mein Tape Afican Lion eats Gnu mixed with The Model of Kraftwerk, 1980). Nu als ich den Dieter das 2. Mal wegen dieser Ausstellung traf und ihn bat, mir das Buch Murmel zu schenken, oder ächz, verkaufen, hat er nur abgewunken und etwas mehr zu Trinken verlangt... So ist dieser wunderbare Murmelkelch an mir vorüber. Ich habe jedoch als Andenken von Dieter eine seiner Kassetten - die hüte ich wie meinen Augapfel. Erinnerungen...  - was kam danach? Nur noch einer: Michael Snow!!!

Ja hier steht ja was :

Dieter Roth - ausgewaehlte Werke

Tibidabo-Hundezwinger 24 Stunden Gebell(mit Björn Roth und Beiträgen von Vera und Karl Roth)
Barcelona · 1977/78 · ca. 300 x 300 x 75 cm
Zwei Tische mit ca. 1.600 Zeichnungen, ca. 1000 Fotos (je zu Büchern gebunden), Kontaktkopien auf 16 Holzleisten, Koffer mit Tonbändern, Tonbandgerät, Verstärkerbox, Kassettenrekorder, Verstärker, zwei Lautsprecher
Jaa genau so sahen die Bücher aus die damals ausgestellt waren... a, schon lang nicht mehr gesehen:

Dieter Roth - ausgewaehlte Werke

Gesammelte Werke, Band 9
Stupidogramme
Gedruckte Beispiele der handgezeichneten Originalserien von 1961 bis 1966, 416 Seiten, Buchdruck und Offsetdruck, mehrfarbig · 23 x 17 cm, Fadenheftung, broschiert · Druck: Staib + Mayer, Stuttgart · Verlag: edition hansjörg mayer, Stuttgart, London, Reykjavík 1975 · Auflage: 1000, davon 100 in eine Originalzeichnung des Autors eingeschlagen, nummeriert und signiert

So eins hab ich doch auch...
Dieter Roth - ausgewaehlte Werke

aber wohl spätere Ausgabe, ja und wooo isssesdbittesähr?

Noch mehr Scheisse – eine Nachlese (Roth)
Footnotes to Sweethearts (Emmett Williams)
100 Seiten, Buchdruck · 22,5 x 14,5 cm · Fadenheftung , broschiert, Schutzumschlag · Druck: Prentsmi∂ja Jóns Helgasonar, Reykjavík · Verlag: edition hansjörg mayer, Stuttgart 1968 · Auflage: 500, nummeriert und mit Gummistempeln signiert

Ja da muss ich wohl wirklich nicht mehr fragen, wer mich dazu gebracht hat was ich dann später als "Gastrorreisebücher" bezeichnet habe... the Master himself:

Dieter Roth - ausgewaehlte Werke


Poeterei 3/4
Doppelnummer der Halbjahresschrift für Poesie und Poetrie
Nr. 3, 24 Seiten, Buchdruck mit einem ‚Originalrhein‘ (Originalcollage), signiert Nr. 4, 44 Seiten, Buchdruck, als Blockbuch mit einem ‚Originalhammel‘ (Originalobjekt), signiert 24,9 x 14,3 cm Klebebindung, Einband Zickel Embryohaut (ca. 40 Exemplare, Rest in anderen Ledersorten) Druck: G. Höhm, Köln · Verlag: edition hansjörg mayer, Stuttgart 1967-68 · Auflage: 230, nummeriert und signiert, 10 Autorenexemplare

Damals war ich wohl so offen, dass diese Leute alle so viel Einfluss nehmen konnten. Heute noch präsent sind. Grüezi Herr Just!



Back to Dieter:
1977 
Barcelona, Basel, Cadaqués, Chicago, Hamburg, Hellnar, London, Madrid, Mosfellssveit, Prinzendorf, Reykjavík, Stuttgart, Wien, Zug
Die ersten Schnellzeichnungen, die Speedy-Drawings, fertigt er während einer Ausstellung bei Felix Handschin in Basel an. Dazu zeichnet Roth mit beiden Händen zugleich, wobei spiegelsymmetrische Kompositionen entstehen. Das Quadrupel Konzert findet, auf Einladung von Friedhelm Döhl, an der Musikakademie Basel statt. Roth bedient sich bei diesem Solo verschiedener Instrumente wie Horn, Flügel und Orgel. Dazwischen redet er mit dem Aufnahmeleiter und trinkt. Die dabei entstandenen Mitschnitte spielt er anschließend ab, während er ein weiteres Solo vorführt, das wiederum aufgenommen wird. „Beginn der Konstruktion des Telex Musik Alfabetes (von 1965) mit Hansruedi Voser“. 
Zusammen mit Björn und Karl Roth entstehen Aufnahmen in einem Tierheim am Monte Tibidabo in Barcelona. Die 24 Tonkassetten mit insgesamt 24 Stunden Hundegebell werden mit der Galeria Cadaqués als Kassetten-Edition Tibidabo-24 Stunden Hundegebell herausgegeben. Eine Vorführung mit Aufnahme der Galerie-Geräusche findet in Madrid statt. Die Radio Sonate, in der Roth am Klavier auftritt, wird live im Südwestfunk Stuttgart gesendet („45 Minuten Klavier Improvisation in steigender Betrunkenheit“). 
Roth beginnt zusammen mit Björn und Vera Roth mit den Aufnahmen zur Lorelei, die Langstreckensonate. Dazu werden 40 Stunden Klaviermusik zusammen mit gleichzeitigen Radioaufnahmen diverser Stationen von einem präparierten Kassettenrecorder abgespielt. Beginn der Arbeit am Wandbild bei Ira Wool in Chicago „im Neo-Buddhistischen Stil“. In der Carl Solway Gallery in New York stellen Roth und Hamilton erstmals ihre Interfaces vor, Porträts der Künstler in verschiedenen Techniken. Lesung der Collaborations-Texte im Gemeentemuseum Den Haag zusammen mit Richard Hamilton sowie Lesung des Hamilton-Roth-Schauspiels in London (25 Personen) für Audio Arts. „Gleichzeitig Zeichnen (und Auswischen der Zeichnungen) auf einer Tafel, mit Björn Roth“. „Beginn des Familien-Multiple-Riesen-Porträts der Familie Klein in Stuttgart“. Roth nimmt mit Zeichnungen an der documenta 7 in Kassel teil.

1978
Basel, Chicago, Hamburg, London, Mosfellssveit, München, New York, Prinzendorf, Reykjavík, St. Gallen, Stuttgart, Ulm, Wien, Zug
„Weiterführen der Galeriegeräusch-Hundegebell-Aufnahmen (mit 1000 Hundefotos und 2000 Hundeselbst Zeichnungen) bei Felix Handschin“. Die Schallplatte Roth & Rainer Misch- u. Trennkunst: Autonom-dialogische Thematik entsteht während einer Mal-Session mit Arnulf Rainer. Selten gehörte Musik, das 2. Münchner Konzert mit Attersee, Cibulka, Hossmann, Mayer, Nitsch, Renner, Björn Roth, Rühm, Schwarz, Thomkins und Wiener. „Publikationen in Xerox Technik“ (150 Speedy Drawings). Zusammenarbeit mit Edition Lebeer-Hossmann. „Bilder mit Ton und Filmen“; „Bar-Bilder (zum Flaschendraufstellen)“ Roth beginnt in Stuttgart mit der Arbeit an der Installation BAR 0. „Ausführung von Skulpturen nach flüchtigen, verschwommenen Schnellzeichnungen (mit Vera und Björn Roth)“; „Schnellstzeichnungen“; Fortsetzen der Arbeiten am Chicago Wandbild zusammen mit Björn Roth („Einbau von Lautsprechern für die Stimmen der dargestellten Wesen“). „Beschreibung eines leeren Bildes, aus einem Lautsprecher in der Mitte des Bildes kommend“; „Bunte Musikbilder bei Felix Handschin in Basel“; „Krieg mit dem Ulmer Museum“.

1979
Bielefeld, Braunschweig, Düsseldorf, Hamburg, Kopenhagen, London, Mosfellssveit, München, Prinzendorf, Reykjavík, Wien, Zürich, Stuttgart
Beim „Versuch zu zeigen, daß Affen nicht malen wollen“, handelt es sich um eine während der Wiener Graphik-Biennale zusammen mit Arnulf Rainer abgehaltene Performance, bei der die Künstler mit zwei Affen eine Malsession abhalten. Geräusche und Gespräche der Malaktion werden als Video herausgebracht. „Treten in ein Fettnäpfchen von Beuys in Wien“. Selten gehörte Musik, das Hamburger Tastenkonzert mit Attersee, Hamilton, Nitsch, Rühm, Thomkins, Wiener. „Hamburger Ballett, Tanzen für einen Film von Peter Schönherr nach Musik von Beatrice Cordua“, (bei Hansjörg Mayer verlegter Film). „Beginn des Fernquartetts (die Spieler spielen, einander fern, je ein Instrument) aus Kassettenaufnahmen, mit Vera, Björn und Karl Roth“. Jeder nimmt sein Spiel: Vera (Violine), Karl (Alto), Björn (Violoncello) und Dieter Roth (Klavier) über 12 Stunden auf Tonband auf. Roth unterrichtet an der Münchner Akademie („Alkoholische Miniaturen“) sowie, auf Einladung von Magnús Pálsson, an der Kunstschule Reykjavík. Jedoch muß er diese Stelle bereits nach zehn Tagen wieder aufgeben. 
Vorbereitung der zweiten Wanderausstellung der Grafik und Bücher u.a.m. aus den Jahren 1971-79 mit Hansjörg Mayer, die vom 1.9.-21.10.79 in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt wird. Die in Roths Stuttgarter Wohnung ab ca. 1974 begonnene Objektassemblage Große Tischruine wird in der Ausstellung aufgebaut und dabei von 3 auf 6 Meter vergrößert. Die Große Tischruine wandert danach nach Amsterdam und Zürich und von dort nach Berlin in die Galerie Onnasch. Die Arbeit erfährt bei jedem neuerlichen Aufbau eine Erweiterung und wird nach einer Installation in Wien bei Kurt Kalb 1986 von Oskar Schmid erworben. Stark vergrößert wird sie danach im Palais Kinsky, 1990 schließlich nochmals modifiziert und erweitert im Palais Harrach aufgestellt. Dann ist sie 1995 in der Wiener Secession sowie 1997 in Marseille zu sehen, um zuletzt, angewachsen auf 12 Meter Länge, 1999/2000 auf der Jahrhundertausstellung in Berlin gezeigt zu werden. Es entstehen weitere Serien von Schnellzeichnungen, die 2-Handed Speedy-Drawings, die in den Büchern Trophies (1979), Bats (1981) und Dogs (1981) veröffentlicht werden. Ende der 70er Jahre beginnen Björn und Dieter Roth mit teilweise stillebenartigen Blumenbildern, wobei ihnen als Malgrund mit Blumen bedruckte Stoffe dienen, die sie überarbeiten.

1980
Reykjavík, Mosfellssveit, Luzern, Basel, Stuttgart
In den nächsten zwei Jahrzehnten pendelt Roth vor allem zwischen Island und der Schweiz. Er arbeitet zunehmend mit seinem Sohn Björn künstlerisch zusammen. Die meisten größeren Werke sind Gemeinschaftsprojekte. Roth bezieht sein Atelier in der Hegenheimer Strasse in Basel. Er entwickelt die Idee der Tischmatten. Er fixiert dazu das Material, das sich auf seinem Arbeitsplatz ansammelt wie Notizen, Fotos oder Abfall auf den Schreibtischunterlagen aus grauem Karton. Zusätzlich können diese Matten noch von Roth, zum Teil auch von seinen Enkeln und deren Freunden, ergänzend bemalt oder collagiert werden. Die Serie Stuttgarter Bilderbogen wird bei Wendelin Niedlich ausgestellt.

1981
dieses Jahr hat nicht existiert

1982
Mosfellsveit, Paris, Mols, Venedig, Stuttgart, Basel
Frühjahr: Vorübergehende Aufgabe der Stuttgarter Wohnung und Umzug nach Mols. Roth erhält den Rembrandt-Preis der Johann Wolfgang Goethe-Stiftung im Basler Kunstmuseum. Statt der vorgesehenen Dankesrede winkt er dem Publikum zu und ruft mehrmals „Auf Wiedersehen!“. Gestaltet den Schweizer Pavillon auf der Biennale di Venezia, mit seinem Filmwerk Ein Tagebuch, einer Installation aus 40 Filmprojektoren für Super-8-Filme. Die zeitgleich vorgeführten Filme zeigen autobiographische Szenen aus dem ersten Drittel des Jahres 1982, Roths „täglich stattfindendes Gelebe“. Als begleitender Katalog erscheint sein jüngstes Tagebuch. Das Buch A Diary – Ein Tagebuch markiert den Beginn einer neuen, dokumentarisch ausgerichteten Werkphase. Fortlaufende Collagen mit Vera Roth bei Niedlich. Bruch mit Hanns Sohm.

1983
Island, Berlin, Mols, Basel, Stuttgart
Die erste Retrospektive seiner Werke zwischen 1965 und 1983, Ladenhüter aus d. Jahren 1965-1983, findet in der Galerie Onnasch statt. Roth zeigt u. a. seinen Biennale-Beitrag Ein Tagebuch. Eine der größten Ausstellungen der neueren Objekte und Skulpturen wird ab Juni in den Schweizer Holderbank Zementwerken gezeigt. November: Roth gibt endgültig seinen Wohnsitz in Stuttgart auf.

Danach bin ich in französische Gefielde entwichen und hab graduell alles Alte verloren. Gute Nacht. Zu Marcel Just hab ich immer noch nix gescheites. War das Fotokunst, Selbstinstallation? Ah... Nu, ich versuche ihn zu zitieren, bevor ich einpenne:


Sometimes I sit and think
and
sometimes, I just sit.



P.S.: keep searching for Manon, Just, Anna Banana (Galerie Ecart, Genf), Alex Silver.


Anna Banana and the Dada Brothers ‘Dada Land’. Collection of Jeremy Cooper. (1977)

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA DIE pOSTKARTE HAB ICH J ANOCHHHHHHHHHHHHHHHHHHH


http://www.tumblr.com/tagged/anna%20banana?before=1350730867

cover of bananology? by performance artist/mail artist anna banana, circa 1978

Quelle: beatbooks.com
 


und jetzt erinnerich mich, die war mit Bill Gaglione zusammen.. auch schon 1972 aktiv













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