Sonntag, 18. März 2012

Wiener Kleinkunstbühnen

Ein Beitrag aus "Heimatlexikon - Unser Österreich"



Kleinkunst, auch: Kabarett (französisch "cabaret"):
Bezeichnung für eine kleine Bühne und die dort gebotene Form des Unterhaltungstheaters; in der Regel eine durch Conférencen verbundene Folge von Sketches, Liedern, Parodien und Ähnlichem, in denen in literarischer oder kritisch-satirischer Form politische und gesellschaftliche Zustände glossiert werden.

Der Begriff "Kleinkunst" wurde in den 1930er Jahren bewusst eingesetzt, um sich von den reinen Amüsierbetrieben der Cabaret-Etablissements und Revue-Theater abzugrenzen.


Als Geburtsstunde des Cabarets wird im Allgemeinen der 18. November 1881 angegeben, als Rodolphe Salis am Montmartre in Paris sein "Chat noir", ein cabaret artistique, eröffnete.  Sein Vorhaben lautete„Wir werden politische Ereignisse persiflieren, die Menschheit belehren, ihr ihre Dummheit vorhalten, dem Mucker die schlechte Laune abgewöhnen ...“(Rudolf Hösch, Kabarett von gestern. Berlin 1967, S. 19)
Als Geburtstag des deutschsprachigen Kabaretts gilt der 18. Jänner 1901. Ernst von Wolzogen eröffnete an diesem Tag in Berlin das "Bunte Theater", besser bekannt als "Überbrettl". Dieses wiederum diente dem ersten österreichischen Kabarett als Vorbild.

Programmheft des Cabaret Nachtlicht
Umschlag zum Programmheft des Cabaret Nachtlicht. Farblithographie. Wien. 1907
IMAGNO/Austrian Archives
Am 16. November 1901 eröffnete der Autor und Theaterkritiker Felix Salten im Theater an der Wien das "Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin", das allerdings nur wenige Vorstellungen erlebte.
Erst 1906 kam es zu einer Wiederbelebung des literarischen Kabaretts in Wien:  Marc Henry, Marya Delvard und Hannes Ruch eröffneten nach dem Ende der Münchner „Elf Scharfrichter“ (gegründet im April 1901) in der Ballgasse das „Cabaret Nachtlicht“. Das Programm war eine Mischung aus dem Repertoire der „Scharfrichter“ und Wiener Autoren und DarstellerInnen wie Otto Julius Bierbaum, Frank Wedekind, Erich Mühsam, Peter AltenbergRoda RodaEgon FriedellCarl Hollitzer oder Gertrude Barrison. Und sogar Karl Kraus war dem „Nachtlicht“ anfangs sehr gewogen. Doch nach etwas mehr als einem Jahr schloss es seine Pforten.

Theatersaal des Cabaret Fledermaus
Theatersaal des Cabaret Fledermaus in der Kärntnerstraße 33 das am 20. Oktober 1907 eröffnet wurde. Entworfen von Josef Hoffmann. Wien. Photographie, 1907
IMAGNO/Austrian Archives
Aber man hatte bereits eine neue Sensation: Im Oktober 1907 wurde das Theater und Kabarett "Fledermaus" als Gesamtkunstwerk in der Kärntnerstraße eröffnet: sowohl Einrichtung als auch Bühnenausstattung dieses "Jugendstil-Kabaretts" kamen von der Wiener Werkstätte. Die künstlerische Leitung übernahm einmal mehr Marc Henry.
Die wienerische Note des Programms traat diesmal noch deutlicher hervor. Mitwirkende auf und hinter der Bühne waren neben Marya Delvard u. a. Peter Altenberg, Lina Vetter-Loos, Alfred Polgar, Oscar Straus, Carl Hollitzer, Oskar Kokoschka, Roda Roda oder Egon Friedell, der später auch die künstlerische Leitung übernahm. Allerdings bestand die "Fledermaus" als literarisches Kabarett nicht lange und ging schliesslich 1913 in die Revue-Bühne "Femina" über.




Programmheft des Kabarett Simpl
Programmheft des Kabarett Simpl. Wien. 1932
IMAGNO/Austrian Archives
Der "Simplicissimus" wurde im Oktober 1912 von Egon Dorn als Speiselokal mit Vergnügungsprogramm eröffnet (die KünstlerInnen der einzelnen Nummern wurden jeweils für einen Monat engagiert und bei großem Erfolg verlängert).
Verbunden waren die einzelnen Solonummern (Chansons, Schnellzeichner, Parodisten, Zauberkünstler u.a.) durch Conférenciers wie Richard Hutter, Paul Morgan oder Fritz Grünbaum, der in der 1906 eröffneten "Hölle" seinen Durchbruch gefeiert hatte. Kennzeichnend für den „Simpl“ waren auch die Komponisten-Interpretinnen-Duos wie Bela Laszky - Mella Mars, Robert Stolz - Franzi Ressel oder Ralph Benatzky - Josma Selim. Daneben traten aber auch Lina Loos, Egon FriedellHermann Leopoldi oderArmin Berg auf. 

In den 1920er Jahren feierten hier Fritz Grünbaum und Karl Farkas mit ihren Doppelconférencen und Kabarett-Revuen große Erfolge - der "Simpl" wurde zu einer Wiener Institution. Natürlich haben Grünbaum/Farkas die Doppelconférence nicht erfunden, aber im deutschsprachigen Raum zu ihrem Höhepunkt geführt. Sie waren es auch, die in den 30er Jahren Kabarett-Revuen in den „Simpl“ brachten. 
1938 konnte Farkas fliehen, Grünbaum nicht. Er kam 1941 im KZ Dachau um. Diese zwei Namen seien hier stellvertretend für abertausende Schicksale genannt. 
Der „Simpl“ spielte auch nach der allgemeinen Theatersperre 1944 weiter und erlebte ab 1950, mit der Rückkehr von Karl Farkas als Conférencier, Autor, Darsteller, Regisseur und künstlerischer Leiter, eine neue Blütezeit. Die Revuen schrieb nun Farkas gemeinsam mit Hugo Wiener, der auch die Doppelconférencen verfasste, die Farkas nun mitErnst Waldbrunn auf die Bühne brachte. Zum weiteren Simpl-Ensemble gehörten u.a. Cissy Kraner, Elly Naschhold, Henriette Ahlsen, Maxi BöhmFritz Muliar,Heinz Conrads, Fritz Heller, Ossy Kolmann, Karl Hruschka. 1965 verließ das Ehepaar Kraner-Wiener nach einem Zerwürfnis mit Farkas den "Simpl", um 1971, nach dem Tod von Farkas, für kurze Zeit dorthin zurückzukehren. 
1974 zog Martin Flossmann mit seinem Kabarett „Der bunte Wagen“ in der Wollzeile ein. Zu seinem Ensemble gehörten u.a. Tamara Stadnikow, Hans Harapat, Louis Strasser, Edith Leyrer, Kurt Sobotka. Er übergab den „Simpl“ 1993 an Michael Niavarani,der ihn bis heute leitet. 

Politisches Kabarett & Jüdisch-Politisches Cabaret in Wien 

Politisch und gesellschaftlich bedingt entstanden 1927 das „Politische Kabarett“ der Sozialistischen Veranstaltungsgruppe und das „Jüdisch-Politische Cabaret“.
Ersteres machte zwischen 1927 und 1933 dreizehn Programme gegen den politischen Gegner. Als Texter wirkte ein Autoren-Kollektiv, bestehend u.a. aus Viktor Grünbaum (Victor Gruen), Robert Ehrenzweig (Robert Lucas), Karl Bittmann, Jura Soyfer und Edmund Reismann, späterer Leiter der "Roten Spieler".
Das „Jüdisch-Politische Cabaret“ wurde von Oscar Teller und Victor Schlesinger als zionistisches Kabarett gegründet, das 1938 – wie viele andere Kabarett- und Kleinkunstbühnen – schließen musste. 

Literarisch-politisches Kabarett und literarische Kleinkunst der 30er Jahre 

Der Begriff „Kleinkunst“ wurde in den 30er Jahren bewusst eingesetzt, um sich von den reinen Amüsierbetrieben der Cabaret-Etablissements und Revue-Theater abzugrenzen. 






Das österreichische Kabarett dieser Zeit zeichnete sich durch launigen, leichten Humor aus, hatte aber wenig politische Brisanz (Ausnahme: "Die Hölle"). Das politische Kabarett fasste erst in den 1930er Jahren in Wien Fuß: 1931 gründete Stella Kadmon im Souterrain des Café Prückel den "Lieben Augustin" als literarisches Cabaret. Ihr zur Seite standen Peter Hammerschlagals Autor, Alex Szekely als Zeichner und Fritz Spielmann als Komponist und Pianist. Anfänglich eher ein buntes Brettl mit Improvisation (Blitzgedichte von Hammerschlag, dazu Zeichnungen von Szekely, Literaturparodien und parodistische Tänze), änderte „Der liebe Augustin“ ab 1933 seinen Stil, der politischen Situation entsprechend. Ab nun wurden auch Tucholsky und Kästner gespielt, Gerhart Herrmann Mostar und Hugo F. Koenigsgarten wurden zu Hausautoren. Auch formal trat langsam eine Veränderung ein: Weg vom Nummerncharakter hin zum Einakter und Mittelstück. Zum Ensemble gehörten u.a. Gusti Wolf, Herbert Berghof, Leo Aschkenazy (Leon Askin), Fritz Muliar und Fritz Eckhardt. Am 10. März 1938 mußte „Der liebe Augustin“ seinen Spielbetrieb einstellen.
1945 durch Fritz Eckhardt und Carl Merz wiedererweckt, übernahm Stella Kadmon den „Lieben Augustin“ nach ihrer Rückkehr aus dem Exil 1947. Ein Jahr später wandelte sie ihn in eine Schauspielbühne um und änderte auch den Namen in „Theater der Courage“.


Auch formal trat langsam eine Veränderung ein: weg vom Nummerncharakter hin zum Einakter und Mittelstück.

Die nächste literarisch-politische Kabarettgründung war „Die Stachelbeere“ im Sommer 1933 von einer Gruppe des „Bundes junger Autoren Österreichs“ unter Führung von Rudolf Spitz. "Die Stachelbeere"war anfangs im Café Döblingerhof im XIX. Wiener Gemeindebezirk untergebracht und übersiedelte 1934 ins Café Colonnaden, Rathausplatz. Als Autoren wirkten neben Spitz, der auch conferierte, Hans Weigel und Josef Pechacek. Nach anfänglich improvisatorischem Charakter änderte sich der formale Stil in Richtung Einakter und Mittelstück. Inhaltlich war "Die Stachelbeere" politisch engagierter, aggressiver und scharfzüngiger als die „Literatur am Naschmarkt“, auch eine Gründung des „Bundes junger Autoren Österreichs“, die im November 1933 ihre Pforten im Café Dobner öffnete. Wegen Überforderung der Autoren, die nun für zwei Kleinkunstbühnen Texte zu verfassen hatten, stellte"Die Stachelbeere“ 1935 ihren Spielbetrieb ein.

Die Initiatoren der „Literatur am Naschmarkt“, Rudolf Weys und F.W. Stein, strebten ein Mittelding zwischen Theater und Brettl an. Folglich entwickelten sie auch das Mittelstück, ein ungefähr dreißig bis vierzig Minuten dauernder Einakter, der zwischen dem klassischen Nummernprogramm und zwei Pausen (zur Konsumation!) eingebettet war. Als Autoren fungierten neben Weys, Hans Weigel, Lothar Metzl,Jura Soyfer, Kurt Nachmann, Rudolf Spitz oder Peter Hammerschlag, und als DarstellerInnen Carl Merz, Herbert Berghof, Hugo Gottschlich, Heidemarie Hatheyer, Hilde Krahl, Elisabeth Neumann u.v.a. Bis 12. März 1938 brachte die „Literatur am Naschmarkt“ 22 Programme heraus.
Danach fand die „arische Abteilung" im „Wiener Werkel“ ihr Betätigungsfeld.

Die politisch schärfste Kleinkunstbühne Wiens war das „ABC“ („Brettl am Alsergrund“ im Café City, Porzellangasse 1), das 1934 eröffnet wurde. Hier wirkten bis 1938 u.a. Leo Aschkenazy, Franz Paul, Rudolf Steinboeck, Fritz EckhardtJimmy BergPeter Hammerschlag, Gerhart Herrmann Mostar, Hugo F. Koenigsgarten, Hans Weigel, Cissy Kraner, Josef Meinrad, Hans Sklenka und Jura Soyfer, dessen Mittelstücke heute noch als Theaterstücke aufgeführt werden. (Hörprobe aus "Der Weltuntergang" von Jura Soyfer. Leon Askin: "Kometensong") 

„Wiener Werkel“ 

Das „Wiener Werkel“ ging aus der „arischen Abteilung" der „Literatur am Naschmarkt" Anfang 1939 hervor und wurde von Adolf Müller-Reitzner in der Liliengasse eröffnet. Die nichtjüdischen Autoren und DarstellerInnen versuchten ihre Zeitkritik fortzusetzen. Unter ihnen: Rudolf Weys, Franz Paul,Hugo Gottschlich, Josef Meinrad, Rolf Olsen und Christl Räntz. Unter Pseudonymen steuerten auchFritz Eckhardt oder Kurt Nachmann Texte bei. 


Exil 
Jüdische Autoren, Musiker, DarstellerInnen und auch ihr Publikum mussten 1938 fliehen — wenn sie konnten. In vielen Exilländern gründeten sie Exil-Kabaretts und -Theater. 
In London entstand neben dem "Blue Danube Club", den Peter Herz leitete, eine der bedeutendsten Exilbühnen, das 1939 gegründete "Laterndl". Bereits im Oktober 1938 gründete Viktor Grünbaum in New York die "Viennese Theatre Group". Oscar Teller begründete die "Arche", in der u.a. Jimmy Berg, Victor Schlesinger und Fritz Spielmann auftraten. In Los Angeles entstand 1939 die "Freie Bühne", die vorwiegend Unterhaltungsstücke bot. Karl Farkas trat in den USA u.a. gemeinsam mit Armin Berg und Kurt Robitschek auf. Georg Kreisler war als Pianist und Dirigent tätig. In Australien entstand das "Viennese Little Theatre"; Stella Kadmon emigrierte ebenso wieGerhard Bronner nach Palästina. 









Weitere Kabaretts dieser Zeit waren "Die Stachelbeere" (1933-36), "Literatur am Naschmarkt" und - die politisch schärfste Kleinkunstbühne - das "ABC" (1933-38).
Hier wirkten bis 1938 u.a. Leo Aschkenazy, Franz Paul, Rudolf Steinboeck, Fritz Eckhardt, Jimmy Berg, Peter Hammerschlag, Gerhart Herrmann Mostar, Hugo F. Koenigsgarten, Hans Weigel, Cissy Kraner, Josef Meinrad, Hans Sklenka und Jura Soyfer, dessen Mittelstücke heute noch als Theaterstücke aufgeführt werden.
1938 wurden diese Kabaretts geschlossen, jüdische Autoren, Musiker, DarstellerInnen und auch ihr Publikum mussten fliehen (z.B. konnte Farkas fliehen, Grünbaum kam 1941 im KZ Dachau um).
Die Autoren und Kabarettisten gründeten in vielen Exilländern Exil-Kabaretts und -Theater: in London entstand neben dem "Blue Danube Club" (eine der bedeutendsten Exilbühnen) 1939 das "Laterndl"; Viktor Grünbaum gründete bereits im Oktober 1938 in New York die "Viennese Theatre Group"; Karl Farkas trat in den USA auf.

Wiener Werkel, Programm
Umschlag für ein Kabarett-Programm Wiener Werkel. Wien. Kreide. Um 1940
IMAGNO/Austrian Archives
Einziges Wiener Kabarett während der NS-Zeit. Gründer und Leiter war A. Müller-Reizner, der im ehemaligen Moulin Rouge eine Spielstätte fand. Die insgesamt 10 Programme waren Publikumserfolge, weil es trotz der Vorschriften des Reichspropagandaministeriums gelang, am NS-Regime Kritik zu üben. Die Texte stammten unter anderem von R. Weys, F. Paul und dem im Untergrund lebenden F. Eckhardt ("Sebastians Höllenfahrt"). Nach dem Tod von Müller-Reizner (1942) führte seine Frau C. Renz das Kabarett weiter. 1944 wurde es im Zuge der generellen Theatersperre geschlossen.
Als einziges Kabarett während der NS-Zeit hielt sich bis 1944 das "Wiener Werkel": hervorgegangen aus der "arischen Abteilung" der "Literatur am Naschmarkt" Anfang 1939, gegründet und geleitet von A. Müller-Reizner, fand das Kabarett im ehemaligen Moulin Rouge eine Spielstätte. Die insgesamt 10 Programme waren Publikumserfolge, weil es trotz der Vorschriften des Reichspropagandaministeriums gelang, am NS-Regime Kritik zu üben. Die nichtjüdischen Autoren und DarstellerInnen versuchten hier ihre Zeitkritik fortzusetzen (unter ihnen: Rudolf Weys, Franz Paul, Hugo Gottschlich, Josef Meinrad, Rolf Olsen u.a.).
Nach dem Tod von Müller-Reizner (1942) führte seine Frau C. Renz das Kabarett weiter; 1944 wurde es im Zuge der generellen Theatersperre geschlossen.

Nachkriegskabarett  

In den Nachkriegsjahren gab es eine Vielzahl von Kabarett-Gründungen. Erstmals aber nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Landeshauptstädten, wie Graz („Der Igel“), Linz („Kabarett Eulenspiegel“) oder Innsbruck („Kleines Welttheater“). Die erfolgreichste Wiener Kabarettbühne der Nachkriegszeit war „Das kleine Brettl“, gegründet vonRolf Olsen. Daneben wurden der „Simpl“ und „Der liebe Augustin“ wiedereröffnet. Auch die Sozialistischen Studenten gründeten wieder ein Kabarett, „Der Rote Hund“. 


Kabarett der 50er Jahre - Das "namenlose Ensemble" 
Erst Anfang der 50er Jahre konnten sich wieder Ensembles etablieren: Einerseits, wie schon erwähnt, das "Simpl"-Ensemble um Karl Farkas, andererseits das namen- aber keineswegs bedeutungslose Kabarett um Bronner-Merz-Qualtinger mit Kehlmann-Kreisler-Wehle.
1952 brachten Bronner-Kehlmann-Merz-Qualtinger ihr erstes Kabarett-Programm unter dem Titel "Brettl vor'm Kopf" im "Kleinen Theater im Konzerthaus" heraus. Das Besondere und Neue an diesem Kabarett war, dass die Kabarettisten auf der Bühne gleichzeitig auch Autoren, Komponisten und Musiker in Personalunion waren. Als Conférencier wirkte Carl Merz. Erst 1956 gab es ein neues Programm, "Blattl vor'm Mund", nun ohne Kehlmann, aber mit Georg Kreisler und Peter Wehle. Als Ensemblemitglied verstärkte ab nun Louise Martini die namenlose Truppe. Dieses und das nächstfolgende Programm wurden im "Intimen Theater" in der Liliengasse erfolgreich aufgeführt, das Bronner zusammen mit Kreisler gemietet hatte. 1957 folgte "Glasl vor'm Aug", das auch vom jungen Medium Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Ab Oktober 1958 spielte das Ensemble, das plötzlich ohne Bühne war, seine Programme "Spiegel vor'm G'sicht" im Fernsehen und erreichte damit ungeahnte Erfolge und neue Publikumsschichten. Die erste Folge dieser Fernseh-Kabarett-Reihe, die bis zum Sommer 1959 insgesamt acht Mal ausgestrahlt wurde, enthielt bereits das Bronner-Chanson "Der Papa wird's schon richten", interpretiert von Helmut Qualtinger. Der oftmals kolportierte Rücktritt des Ersten Nationalratspräsidenten Dr. Felix Hurdes aufgrund dieses Chansons ist nicht belegbar. (Hurdes war im Herbst 1958 Nationalratspräsident - und blieb es auch bis zu den Nationalratswahlen, die am 12. Mai 1959 stattfanden. Diese Wahlen brachten eine Mandatsverschiebung zugunsten der SPÖ. Die ÖVP gab das Außenministerium, das bislang Leopold Figl geführt hatte, an die SPÖ ab und Bruno Kreisky wurde Außenminister. Leopold Figl stellte sich daraufhin zur Wahl als Nationalratspräsident und wurde mit überwältigender Mehrheit zum Ersten Nationalratspräsidenten gewählt.)
1959 übersiedelte die Truppe ins "Neue Theater am Kärntnertor", das Gerhard Bronner übernommen hatte und brachte dort "Dachl über'm Kopf" und"Hackl vor'm Kreuz" heraus.
Mit im Ensemble waren u. a. auch Eva Pilz, Kurt JaggbergJohann Sklenka und Kurt Sobotka. Viele Bronner-Chansons aus dieser Zeit sind vor allem durch die Interpretation Qualtingers legendär geworden: "Der g'schupfte Ferdl", "Der Bundesbahnblues", "Der Halbwilde" oder "Der Papa wird's schon richten". Ebenso legendär sind die Travnicek-Texte von Merz-Qualtinger, interpretiert durch Bronner-Qualtinger.
Ab 1961 wollten Martini, Merz und Qua
ltinger nicht mehr Kabarett spielen. Er schuf im selben Jahr zusammen mit Carl Merz "Der Herr Karl". Und Bronner holte den "Würfel" an sein Theater.

"Der Würfel" 

In Graz entstand 1959 ein Kabarett-Ensemble, das neue Dimensionen in die damalige Kabarett-Landschaft bringen sollte. Gegründet wurde "Der Würfel" von Kuno Knöbl, der auch die Idee zum Gruppennamen hatte und fortan als Spielleiter, Autor und Darsteller wirkte. Gründungsmitglieder dieses Studenten-Kabaretts waren Dieter Gogg, Kurt Gogg, Helmut Knoll, Udo Simonitsch und Gerhard Steffen. Als Autoren und Darsteller fungierten neben Knöbl, Dieter Gogg und Udo Simontisch. Als Darstellerin kam im dritten Programm Monika Orthofer hinzu, die ihrerseits ihren Bruder Peter Orthofer als Texter, Darsteller und Conférencier zum Ensemble brachte. Ab Herbst 1960 verstärkte Is Franke die Truppe. In Graz, wo der "Würfel" innerhalb von zwei Jahren sieben Programme spielte, fanden die Kabarett-Aufführungen anfänglich im Gothensaal statt, später (Herbst 1960) übersiedelte man in das eben eröffneten Forum Stadtpark. Neben ihrer Tätigkeit als Kabarett-Autoren verfassten größtenteils Dieter Gogg, Kuno Knöbl, Peter Orthofer, Udo Simonitsch und Gerhard Steffen Kolumnen für die Grazer Tageszeitung "Kleine Zeitung" unter dem Titel "Von denen Graetzern und anderen Spießern". 
1961 gastierte "Der Würfel" mit dem Programm "Weh dem, der rügt" sehr erfolgreich in Gerhard Bronners"Neuem Theater am Kärntnertor". Bronner, dem seine Kabarett-Truppe, das namenlose Ensemble, teilweise abhanden gekommen war, engagierte daraufhin einige "Würfel"-Mitglieder an sein Haus. Zusammen mit Peter Lodynski, Eva Pilz und Mirjam Dreifuss bildeten sie nun das neue „Kärntnertor-Ensemble“. 
1963 allerdings lösten sich Lodynski und Knöbl, der 1965 nach Vietnam ging, von Bronner, um ihr eigenes Kabarett, wiederum „Der Würfel“ genannt, im Keller des Café Savoy in der Himmelpfortgasse zu eröffnen. Als Texter fungierten hauptsächlich Dieter Gogg und Peter Lodynski. Der neue „Würfel“ hatte bald den Ruf eines Avantgarde-Kabaretts, das versuchte, Surreales und Absurdes satirisch umzusetzen.
Zum Ensemble gehörten im Laufe der Zeit u.a. auch Mirjam Dreifuss, Günter Tolar, Felix Dvorak, Cissy KranerHugo WienerHerwig Seeböck u.v.m.
1969 löste sich „Der Würfel“ auf und viele Ensemblemitglieder fanden im ORF ihr Betätigungsfeld. 

Renaissance des politisch-zeitkritischen Kabaretts 

Anfang der 70er Jahre war es still geworden ums Kabarett. Es gab zwar da und dort österreichweit Kabarett-Ensembles, im Rundfunk gab es "Funkbrettl", im Fernsehen gab es die "Farkas-Bilanzen" und diverse Kabarett-Sendungen, aber von einer Szene kann nicht gesprochen werden. 
Erst 1974 brach das Kabarett Keif dieses Vakuum auf. Erwin Steinhauer, Erich Demmer und Wolfgang Teuschl waren die Protagonisten, zu denen sich später auch Lukas Resetarits gesellte. Das „Kabarett Keif“ bestand nicht lange, ebnete aber den Weg für eine neue Form des Kabaretts – inhaltlich wie formal. 
Nach der Auflösung von „Keif“ suchte Lukas Resetaritsallein seinen Weg und wurde der erste Solokabarettist Österreichs – abgesehen von Otto Grünmandl. Ein Novum war in dieser Zeit auch die Verbindung Kabarett & Rockmusik; stellvertretend seien die „Schmetterlinge“ oder die frühe „EAV“ genannt. 

In Salzburg gingen Fratt & Schacherreiter ihren Kleinkunst-Weg, in Graz begann sich Anfang der 80er Jahre eine Szene zu entwickeln, die sowohl KabarettistInnen und Bühnen als auch einen Kabarett-Preis hervorbrachte. In Wien war es die GruppeSchlabarett, die eine neue Form ins Kabarett brachte: Das Kabarett-Stück. Und erstmals stellten sich Frauen mit eigenen Texten auf Kabarettbühnen. 

Kabarett der Gegenwart 


In den 80er Jahren begann auch im Kabarett-Bereich die Kommerzialisierung, die mit zum Kabarett-Boom beitrug. Spielstätten entstanden, VeranstalterInnen und ManagerInnen übernahmen langsam die "Vermarktung" von KabarettistInnen und deren Produkten. Um in der Öffentlichkeit noch präsenter zu sein, schufen Medienleute und Veranstalter Kabarett&Kleinkunst-Preise und Kabarett-Festivals.
Eine schier unüberschaubare Zahl von Kabarett-Ensembles und SolistInnen sowie Auftrittsorten entstand.
In den 90ern rollte - aus Deutschland kommend - die Comedy-Welle auf die eigenständige österreichische Kabarett-Szene zu.

Informationen zu gegenwärtigem Kabarett finden Sie unter http://www.kabarett.cc,http://www.kabarett.at undhttp://www.kleinundkunst.at. 

© Österreichisches Kabarettarchiv 

In den Nachkriegsjahren gab es eine Vielzahl von Kabarett-Gründungen. Erstmals aber nicht nur in Wien, sondern auch in Landeshauptstädten, wie Graz ("Der Igel"), Linz ("Kabarett Eulenspiegel") oder Innsbruck ("Kleines Welttheater").
Die erfolgreichste Wiener Kabarettbühne der Nachkriegszeit war "Das kleine Brettl", gegründet von Rolf Olsen. Daneben wurden der "Simpl" und "Der liebe Augustin" wiedereröffnet.

Kabarett: H. Qualtinger und G. Bronner im Programm "Hackl im Kreuz".
Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner im Programm "Hackl im Kreuz",
Ch. Brandstätter Verlag, Wien
Das Nachkriegskabarett lebte von der Spannung zwischen dem Unterhaltungskabarett eines Karl Farkas und dem politischen Kabarett der Gruppe um Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger, der unter anderen Michael Kehlmann, Georg Kreisler, Louise Martini, Carl Merz, Peter Wehle angehörten.
Ab Oktober 1958 wurde ihr Programm "Glasl vor'm Aug" auch vom jungen Medium Fernsehen ausgestrahlt, erreichte damit ungeahnte Erfolge und neue Publikumsschichten.
Die erste Folge dieser Fernseh-Kabarett-Reihe, die bis zum Sommer 1959 insgesamt acht Mal ausgestrahlt wurde, enthielt bereits das Bronner-Chanson "Der Papa wird's schon richten", interpretiert von Helmut Qualtinger.
Ab 1961 wandten sich Helmut Qualtinger und Carl Merz mehr den literarischen Formen zu; mit der Satire "Der Herr Karl" schufen sie eine bittere Abrechnung mit der jüngeren österreichischen Geschichte.

In Graz entstand 1959 das Kabarett-Ensemble "der Würfel" von Kuno Knöbl; Gründungsmitglieder dieses Studenten-Kabaretts waren Dieter Gogg, Kurt Gogg, Helmut Knoll, Udo Simonitsch und Gerhard Steffen.
1961 gastierte "Der Würfel" sehr erfolgreich in Gerhard Bronners "Neuem Theater am Kärntnertor". Bronner, dem seine Kabarett-Truppe, das "namenlose Ensemble", teilweise abhanden gekommen war, engagierte daraufhin einige "Würfel"-Mitglieder an sein Haus; zusammen mit Peter Lodynski, Eva Pilz und Mirjam Dreifuss bildeten sie nun das neue "Kärntnertor-Ensemble".
1969 löste sich "Der Würfel" auf und viele Ensemblemitglieder fanden im ORF ihr Betätigungsfeld.

Anfang der 1970er Jahre wurde es still ums Kabarett: es gab zwar einige Kabarett-Ensembles, im Rundfunk gab es "Funkbrettl", im Fernsehen gab es die "Farkas-Bilanzen" und diverse Kabarett-Sendungen, aber von einer Szene kann nicht gesprochen werden.
Es fand ein Generationswechsel statt: das klassische Nummernkabarett, das sich vor allem an aktuellen, tagespolitischen Geschehnissen orientierte, wurde durch neue Formen ersetzt bzw. erweitert. Die Bandbreite reichte nun von der Rockmusik ("Schmetterlinge", die frühe "EAV") bis zu revueähnlichen Darbietungen (Topsy Küppers). Vom Tagespolitischen ging man zu grundsätzlicher Kritik an der Politik (Lukas Resetarits) über, oder man zeigte alltägliche Skurrilitäten (Otto Grünmandl). Später wies die allgemeine Tendenz in Richtung Solokabarett (Hans Peter Heinzl, Werner Schneyder, Erwin Steinhauer und andere).

Zu Beginn der 1980er Jahre setzte durch das Entstehen neuer Spielstätten (Kulisse, Kabarett Niedermair, Metropol, Spektakel und anderen) ein richtiggehender Kabarettboom ein. Junge Kabarettisten (Goetz Kaufmann, I. Stangl, Andreas Vitasek) sprengten den herkömmlichen Rahmen kabarettistischen Schaffens. Unterschiedliche künstlerische Produkte entstanden, verbunden nur durch die zunehmende Weigerung, herkömmliche politische Witze und Reflexionen auf das tagespolitische Geschehen in ihre Programme aufzunehmen (Josef Hader, Leo Lukas, Schlabarett, Thomas Maurer); anstelle der abstrakten politischen Thematik wurde der Mensch zum Mittelpunkt der kabarettistischen Betrachtung. Eine weitere Entwicklung ist in der zunehmenden Annäherung der Kabarettisten an das Medium Film zu sehen ("Indien" von Alfred Dorfer und Josef Hader, "Muttertag" von der Gruppe Schlabarett).
In den 1990ern rollte - aus Deutschland kommend - die Comedy-Welle auf die eigenständige österreichische Kabarett-Szene zu.


Literaturliste zur Kabarettgeschichte
Eine Auswahl



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BEMMANN, Helga (Hrsg.), Mitgelacht dabeigewesen. Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten Kabarett. 3. erw. Aufl. Henschel, Berlin 1973.

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BUDZINSKI, Klaus, Pfeffer ins Getriebe. Ein Streifzug durch 100 Jahre Kabarett. Heyne, München 1984.

BUDZINSKI, Klaus u. Reinhard HIPPEN in Verbindung m. d. Dt. Kabarettarchiv, Metzler Kabarett Lexikon. Metzler, Stuttgart-Weimar 1996.

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FINK, Iris, Von Travnicek bis Hinterholz 8. Kabarett in Österreich ab 1945 - von A bis Zugabe. Styria, Graz-Wien-Köln 2000.

FINK, Iris / Hans VEIGL (Hg.), Lukas Resetarits "Es ist bitte Folgendes …". Kremayr & Scheriau, Wien 2007.

FINK, Iris / Hans VEIGL, Des Sängers Fluch. Am 16. November 1901 eröffnete Felix Salten das "Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin". 100 Jahre österreichisches Kabarett (= Mitteilungen des Österreichischen Kabarett-Archivs, Heft 1). Eigenverlag Österreichisches Kabarett-Archiv, Graz-Wien 2001. 3. verb. Aufl., Straden 2008.

FLEISCHER, Michael, Eine Theorie des Kabaretts. Versuch einer Gattungsbeschreibung (an deutschem und polnischem Material). Brockmeyer, Bochum 1989.

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