Mittwoch, 1. Februar 2012

Vornamengewurzelpurzel

Wie lustig, gerade sprachen wir darüber, dann fiel ich per Zufall am selben Abend, sprich gestern, auf den ORF 1 mit dessen sehenswertem Beitrag.... wer möchte, kann nachgugga, werde den Link unten hinwursten. Also: "direkt - das magazin" vom 31.1.2012... "Ungewöhnliche Vornamen - wie Namen unser Leben beeinflussen.

Erst vor kurzem wurde einem Mädchen der Facebook-Account gesperrt, weil sie Mercedes Corvette hieß. Diese Vornamen glaubte man ihr nicht, doch das Mädchen heißt wirklich so. Auch zahlreiche Hollywood-Stars geben ihren Kindern die unglaublichsten Vornamen. Eine aktuelle Studie aus den USA besagt, dass Vornamen die Vorstellung über den Namensträger wesentlich prägen und Träger von unpopulären Namen angeblich sogar schlechtere Karrierechancen haben. Doch wie sehr beeinflussen uns Namen wirklich? "Direkt" macht den Test und begleitet ein junges Paar, das bald Nachwuchs erwartet und gerade überlegt, wie der Bub heißen soll.

Ein schöner Satz: Kevinismus = Die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben.

Ein Merkmal ist, Zweifach oder Dreifachnamen, von denen zumindest einer aus dem Englisch oder Französisch sprachigen Raum kommen.

Ganz klar zuerst vom "big screen" beeinflusst, Kevin Costner, Kevin Spacey, aber auch von der gehirnverweichenden Endlos-Flut von sitcoms mit immer tieferen intellektuellen Schranken.

Emilismus ist die Gegenbewegung zum Kevinismus. Man versucht, anzudeuten, dass man sich nobler Namen bedient, durch die man sich distanzieren kann von den Leuten, die kevinistische Namen verwenden...


Andernorts kann man folgendes lesen:

Der Emilismus schlägt um!

Wem ist es auch aufgafallen, dass die Volkskrankheit Emilismus nun auch unsere Plauderecken befallen hat? Emil, Ludwig, Gustav, Anton, Theodor, Karl, Mathilda, Emma, Irma, Ida, Adella, Frieda & CO, der Trend schlägt eindeutig zu den alten Namen.

Das einzig Positive ist: Immer noch besser Emilismus als Kevinismus.

Aber vielleicht werden Emil, Anton, Emma und Co bals als die neuen "Assi-Unterschichten-Namen" gelten?

Sagt der Moderator dazu (lol):


Es ist in keinster Weise angebracht, Namen als "Krankheit" oder als "Assi-Unterschichten-Namen" zu bezeichnen!
Ebenso sind Begriffe wie "Emilismus" und "Kevinismus" völlig unangebracht!

Euer Moderator


Was meint ihr? Der Emilismus ist ja schon ziemlich verbreitet in den Kindergärten. Da gibt es ja Emilias, Walters und andere altdeutsche Vornamen zuhauf. Wie kommt das nur, dass alte Namen plötzlich so beleibt sind, auch bei Leuten, die vor kurzem noch über sie gespottet haben? Sind die Medien daran Schuld? Auf den ersten Blick nicht, aber wenn man mal darauf achtet, wie die ganzen Promis, vor allem die deutschen, neuerdings ihre Kinder nennen. Mit Emma fing es an...

Wahrscheinlich sind auch diese Erich-Kästner-Comeback-Filme wie "Pünktchen & Anton" und "Emil und die Detektive" daran Schuld.

***

Mein Leben als Mensch (Teil 9) Volkskrankheit Kevinismus 1.8.2007

Manchmal sind Geburtsanzeigen in meiner Post. Hurra, ein neues Menschlein ist angekommen auf unserem kleinen Planeten! Ach. Von Jan Weiler

Inzwischen traue ich mich allerdings fast nicht mehr, diese sonderformatigen Briefe zu öffnen, denn ich habe Angst vor den überspannten Namen, die darin zu lesen sind. Mit einem ist es auch nicht mehr getan, Kinder brauchen inzwischen offenbar einen Haufen Namen, mindestens vier. Gerade gestern las ich eine Geburtsanzeige, in der jemand die Geburt eines Geschöpfes namens Emilia Rosemie Lena Paloma verkündete. Die Anzahl der Namen korreliert heute im Allgemeinen mit der Fantasiebegabung der Eltern, die ihre Lendenfrüchte schon lange nicht mehr einfach Hans oder Peter nennen, sondern einem gesellschaftlichen Originalitätszwang folgend Tetje Lars Hennessy Justin oder Vivien Celin Mandy Josefine.

Das sind keine Namen, sondern Prüfungen. In Jérôme Frederik Josua stecken unzählige Möglichkeiten, sich zu verschreiben. Da wird der Kleine ein Leben lang mit zu tun haben. Und hat den armen Jérôme mal einer gefragt, ob er gerne so heißen will wie der Watschenmann vom Dienst? Darüber machen sich moderne Eltern leider überhaupt keine Gedanken und muten ihren Kindern Namen wie Bonny Angelique zu, oder Wesley Rüdiger oder Insa Jantje Elice. Und es ist durchaus nicht so, dass nur die Kinder unter den Schrullen ihrer Alten zu leiden haben. Ich leide ebenfalls. Möchte ich vielleicht zu einem Kind sagen: "Hallo, Vanina-Ruby-Ocean, wie geht es dir?"

Was haben diese Kinder bloß für Eltern?

Nein, das möchte ich auf gar keinen Fall. Dasselbe gilt für Jamal Dean, Mika- Matteo, Joost Maarten, Jeffry Finley und Amor Lian Basil. Ich will diese Namen weder aussprechen noch schreiben müssen, es sei denn, sie bezeichnen englische Kekse oder amerikanische Eissorten. Was haben diese Kinder bloß für Eltern? Vielleicht solche, deren 120 Dezibel laute Stimmen man so gern im Urlaub am Strand vernimmt: "Hallo! Frollein! Jacqueline! Erst eincremen, dann im Wasser." Oder: "Marvin, lass das liegen, da is’ Sand dran!"

Die Soziologie hat für das Unvermögen einer größer werdenden Bevölkerungsgruppe, ihrem Nachwuchs menschliche Namen zu geben, bereits einen Begriff geprägt: Kevinismus (bei Mädchen: Chantalismus). Und darunter leiden nicht nur – wie sich allzu leicht vermuten lässt – Angehörige sozial benachteiligter Schichten, überhaupt nicht. Ich hörte von Prominentenkindern, die mitleidlos Wilson Gonzales und Jimi Blue getauft wurden.

Kevinismus und Emilismus

In der AkademikerSzene sowie im Medien- und Werbemilieu habe ich einen gegenläufigen Trend festgestellt. Ich nenne ihn Emilismus. Da werden Kinder mit Namen beehrt, die vor rund 90 Jahren schwer in Mode waren: Anton. Paul. Emil. Carl. Friedrich. Sogar ein einjähriger Otto ist mir jüngst auf den Arm gesetzt worden. Da fragt man sich natürlich, was bei unseren Kindern en vogue sein wird. Ich denke mit Schaudern an die Zukunft, denn nach den Gesetzen der Logik gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die eine besteht darin, dass gänzlich neue Namen entstehen, die man sich jetzt noch nicht richtig vorstellen kann.

Die Kinder meiner Kinder werden demnach Namen tragen, die so klingen wie "Luna3", "Betageuze", "Terraflop" oder "Kana-Uba." Die andere mögliche Variante besteht wie jetzt in der Verwendung nostalgischer Namen, die um 1940 als schick galten. Meine Tochter wird also in 20 Jahren im Krankenhaus liegen, ich komme mit einem Blumenstrauß herein. Mein Enkel ist erst einen Tag alt und wiegt fast nichts, als ich ihn hochhebe. Er blinzelt mich aus leicht klebrigen Äuglein an, ist so runzlig wie unschuldig und duftet, wie nur Säuglinge duften. Unter Tränen frage ich meine Tochter, wie der kleine Erdenbürger heißen soll, und sie sagt: "Leon und ich haben uns noch nicht entschieden. Vielleicht Horst-Dieter. Oder Heinz-Günther. Oder einfach Eberhard."

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Was schreibt die Unwiki: Kevinismus

Als Kevinismus (auch: Chantalismus) bezeichnet man die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs menschliche Namen zu geben. Kevinismus führt bei den Erkrankten und vor allem bei deren Nachwuchs zur sozialen Isolation. Die Betroffenen entwickeln eine Psychose gegen gesunde Menschen und verkehren nur mit Personen, die ebenfalls an Kevinismus leiden.

Beschreibung

An Kevinismus Leidende haben empfindliche synaptische Störungen, menschlichem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben. Ungeachtet, ob es sich um imaginären Nachwuchs in einer Diskussion oder ob es sich um den tatsächlichen, geborenen Nachwuchs handelt; sie favorisieren stets grausam exotische Namen, die ungeachtet der späteren Entwicklung des Kindes zu gesellschaftlichen und familiären Nachteilen führen. Die favorisierten Namen kann man eindeutig in die Kategorien Kitsch, Naivität undScrabble-Rest-Buchstabenverwertung einordnen. Sie stammen häufig aus mehr oder weniger erfolgreichen Telenovelas oder Castingbands oder sind Namen aus anderen fragwürdigen Quellen.

Ursachen

Da die Krankheit ausschließlich bei gebärfähigen jungen Frauen auftritt, die sich in der Endphase der Pubertät befinden, geht man davon aus, dass die Krankheit hormonell induziert ist. Durch das bewusste Erleben von Geburten in der Verwandtschaft und im Bekanntenkreis gerät der Hormonhaushalt der Betroffenen durcheinander. Der Körper kann den Hormonüberschuss nicht kompensieren. Vor allem die Hirnregion, die die Sozialkompetenz steuert, ist davon betroffen. Die Betroffenen entwickeln dadurch erhebliche Namensfindungsstörungen. Gleichzeitig prägt sich bei ihnen eine schwere Form der Selektiven Wahrnehmung aus.

Reisefreiheitsmangelersatztheorie.

Verschiedene Forscher betrachten die Beliebtheit insbesondere US-amerikanisch angehauchter Namen wieVirginia, Philadelphia oder Texas in den neuen Bundesländern (ehemalige DDR) als ursächlich durch die real fehlende, virtuell jedoch stets idealisierte "Reisefreiheit" bedingt und zu Kompensationszwecken mißbraucht - besonders von Menschen, denen die Freuden des Briefmarkensammelns oder des Modelleisenbahnbauens verwehrt blieben. Diese These ist nicht unumstritten und wird z.B. von den Namenswissensschaftlern Prof. Dr. Bitterfeld Schkopitz und Dr. Ilmenau-Roda Uhltzscht verneint.

Verbreitung

Die Krankheit kommt in allen Gesellschaftsschichten vor. Sie tritt jedoch in den Randschichten verstärkt auf. Seltsamerweise haben sowohl Menschen der  Unterschicht (Hartz IV-Empfänger und C-Promis) als auch der Oberschicht (A- und B-Promis) das Bedürfnis, ihren Kindern vollkommen exotische Namen zu geben. Ein Grund könnte sein, dass sie die Einzigartigkeit ihrer Kinder auf übertriebene Art nach außen demonstrieren wollen. „Dieses Kind ist ein Produkt meiner Eierstöcke und Ausdruck meiner Kreativität“

In der Mittelschicht sind zwei gegenläufige Strömungen auszumachen: der Retronomizismus, bei dem altmodische Namen wie Johanna, Wilhelm, Friederike, aber auch Ezechiel und Zacharias bevorzugt werden. Diese Strömung ist eher im bildungsbürgerlichen Umfeld angesiedelt. Seit im Jahre 1973 die flächendeckende Verteilung eines schwedischen Möbel-Kataloges eingeführt wurde, ist verstärkt auch der Ikeasmus zu beobachten; in der weniger pädagogennahen Mittelschicht heißen die Kinder überwiegend wie Ikea-Regale: Tjark, Torge, Geske, Kjell, Arved, Jondalar, Ole, Jette, Bjarne, Thees, Frigga, Tomte, Mella, Björk, Lasse, Mika, Torben, Sören, Malte und Knut. Wobei sich Kevinismus auch in der Mittelschicht langsam aber sicher immer mehr verbreitet. Ursachen hierzu sind noch ungeklärt.

Medizinische Betrachtung

Symptome

Es gibt verschiedene Symptome, die auf eine Erkrankung an Kevinismus hindeuten:

  • die favorisierten Namen sind ausnahmslos Doppel- oder Dreifachnamen
  • Einzelnamen und gesellschaftlich bereits etablierte Namen werden verächtlich kommentiert
  • mindestens einer der Namen endet auf -ia, beinhaltet ein y oder beginnt mit Ch oder J
  • ungewöhnliche Verwendung diakritischer Zeichen wie í, ë oder ŷ
  • werden die Namen niedergeschrieben, so werden sie stets mit Herzchen oder blinkenden Smilies verziert
  • der Wohlklang der erwählten Namen wird der Umwelt durch Autoaufkleber auf der Heckscheibe kundgetan
  • manisches Verlangen, die Namen französisch oder englisch angehaucht aussprechen zu wollen (es bleibt beim Versuch)
  • die Konversation mit anderen Erkrankten führt in der Regel innerhalb weniger Minuten zur Hyper
    ventilation

    Die Erkrankten reagieren auf Kritik verbal äußerst aggressiv. Sie sind zu weiteren Diskussionen nicht in der Lage und flüchten sich in Beschimpfungen und Ignoranz.

    Diagnose

    Die Diagnose ist eindeutig zu erheben. Zunächst wird passiv die Krankengeschichte (Anamnese) betrachtet, indem die Konversation der Betroffenen mit Gleichaltrigen verfolgt wird. Es bietet sich dazu an, eventuelle Webforen-Teilnahmen und Internet-Blogs der Person aufmerksam zu verfolgen. Ist dort das überwiegend herrschende Thema Nachwuchs, Familie und Kindernamen, ist die Gefahr des Kevinismus gegeben. Um dies zu bestätigen, schaltet sich nun der Beobachtende aktiv in die Konversation ein. Durch vorsichtige Kritik am Namensgeschmack („Du, den Namen finde ich jetzt nicht so toll“) versucht er sich der Person zu nähern. Reagiert diese schlagartig gereizt und aggressiv, so ist sie eindeutig an Kevinismus erkrankt.

    Bei der Diagnose ist stets zu berücksichtigen, wie gebräuchlich und anerkannt der gewählte Name im Kulturkreis der Eltern ist. So ist der US-Amerikanische Schauspieler Kevin Spacey ein vollkommen akzeptiertes Mitglied der US-Gesellschaft, zumal er in den frühen 1990er die Coolness erfand. Bei den Eltern eines deutschen Kindes mit diesem Vornamen wäre die Diagnose hingegen eindeutig.

    Therapie

    Da sich Kevinismus rasend entwickelt, gestaltet sich die Therapierung äußerst schwierig. Durch gutes Zureden allein erreicht man in der Regel keinen Erfolg. Hier muss der Lebenspartner verantwortungsbewusst ansetzen. Er muss die Erkrankte mit ausdauernder und wiederholter Kritisierung ihres Namensgeschmacks und ihrer Intelligenz behandeln. Weiterhin muss er ihr täglich vor Augen führen, dass das Kind -so Gott will- irgendwann erwachsen wird und dass dann dieser Name hinderlich sein wird. Auch ist es hilfreich, wenn die Schwiegereltern sich ihrer sozialen Rolle bewusst werden und ebenfalls diese Behandlungsmethode anwenden.

    Leider verkommt der durchschnittliche deutsche Mann immer mehr zum Pantoffelhelden, so dass sich die Krankheit ungehindert ausbreiten kann. Aus diesem Grund ist die Krankheit in islamischen Ländern vollkommen unbekannt. Beim ersten Anzeichen von Kevinismus wird die traditionelle Behandlungsmethode „Tracht Prügel“ seit Jahrhunderten erfolgreich angewandt. Zur Zeit läuft am Universitätsklinikum Göttingen eine Studie, die feststellen soll, ob durch den „Pädagogisch adäquaten Transfer soziologischer, charakterbildender Hilfe“ auch erkrankte deutsche Frauen behandelt werden können. Obwohl die Studie über einen längeren Zeitraum ausgelegt ist, sind die ersten Testergebnisse vielversprechend.

    Differenzialdiagnose

    Was auf den ersten Blick wie Kevinismus aussieht, muß nicht zwangsläufig Kevinismus sein. Wissenschaftler beobachten seit wenigen Jahren mit großer Besorgnis den viralen Stamm der Amesit Kevinensis, einer Mutation des herkömmlichen Kevinismus. Der Krankheitsverlauf ist weniger ausgeprägt und befällt vorwiegend normale Namen, wobei nur einzelne, oftmals anführende Buchstaben vergessen werden. Es entstehen somit Namen wie HANNE, MARIA, TINA, TANJA, oder PAULA.
Desweiteren können hörbehinderte Hebammen, leseschwache Beamte sowie fehlerhafte Speichermedien ähnliche Symptome wie die des Kevinismus auslösen.
In den 1950er Jahren war ein Vorläufersyndrom zu beobachten, welches unter der Bezeichnung Sorayismus oder Soraya-Komplex bekannt wurde und das sich innerhalb kürzester Zeit epidemieartig mit Schwerpunkt in Deutschland ausbreitete. Wesentliches Abgrenzungsmerkmal zum Kevinismus/Chantalismus ist die Fixierung auf einen einzelnen Rufnamen. Als ursächlich wird heute die Heirat der deutsch-persischen Soraya Esfandiary Bakhtiari (ثریا اسفندیاری بختیاری‎ ) mit dem Schah von Persien angesehen. Die sozialen Verwerfungen, die durch den hemmungslosen und unkontrollierten Missbrauch dieses Namens in allen Bevölkerungsschichten auftraten, konnten nur durch eine von deutschen und persischen Geheimdiensten in bewährter Kooperation eingefädelte Scheidung der kaiserlichen Ehe begrenzt werden. Interessant ist, dass es in der Folge zu einem reaktiven Anstieg altbackener weiblicher Vornamen kam, welcher durch die Gepflogenheit, wehrlosen Kindern weitere Vornamen von Paten und/oder Großeltern zu verleihen (retrospektiv stummer Kevinismus/Chantalismus genannt) erklärbar ist ("unsere Soraya heisst jetzt Astrid").

Prävention

Werdende Eltern (also Eltern, die keine Eltern sind, von denen aber mindestens 50% zu mindestens 75% schwanger sind) sollten sich an einen belebten Kinderspielplatz stellen und laut vernehmlich eine Reihe von Kindernamen ihres Geschmacks rufen. Wenn keine der anwesenden Kinder, aber alle sie begleitenden Eltern auf einen Namen reagieren, ist die Gefahr groß, an latentem Kevinismus zu leiden. Auch ein plötzliches Versagen der eigenen Stimme oder eine für Außenstehende wahrnehmbare Rotverschiebung der Gesichtsfarbe sind als ernstzunehmende Warnzeichen einzustufen.
Prognose 
Kevinismus ist ein großes soziales Problem in Deutschland. Da die Erkrankten zeitweise unzurechnungsfähig sind, geht von ihnen eine große Gefahr aus. Häufig sind schon Lebenspartner, die die Behandlung nicht selbstbewusst genug durchgeführt haben, von den Erkrankten in einem akuten Anfall verletzt worden.
Kinder, die mit diesen Namen gesegnet sind, haben oftmals eine schwierige Kindheit vor sich. Sie werden häufig von den anderen Kindern im Kindergarten und später von ihren Klassenkameraden gehänselt. Sie entwickeln sich in dieser Phase zu AK oder werden introvertiert. Eine kriminologische Bewertung geht davon aus, dass diese Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Elternmörder oder Amokläufer zu werden.
Auch kann nicht verkannt werden, dass ihnen der soziale Aufstieg meistens verwehrt bleibt. Spätestens beim Bewerbungsgespräch erfahren sie die volle Härte, die der von den Eltern vergebene Name mit sich bringt. Kinder prominenter Eltern werden dagegen keine Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen haben, da ihnen generell kein Umgang mit Gleichaltrigen erlaubt wird. Bei den weiblichen Erwachsenen kommt erschwerend hinzu, dass mit ihren Namen das Prostitutionsgewerbe assoziiert wird.
Im Zuge der immer größer werdenden Volksverdummung im deutschen Fernsehen - insbesonders durch immer neue Telenovelas und Daily Soaps - und wegen der gefährlichen Übersättigung des internationalen Musikmarktes mit Boygroups ist davon auszugehen, dass diese Krankheit in den folgenden Jahren und Jahrzehnten pandemische Ausmaße annehmen wird. Es ist zu befürchten, dass von Kevinismus eine größere Gefahr ausgehen wird als von der Klimaerwärmung.
Trotz all dieser negativen Prognosen gibt es aber doch einen Hoffnungsschimmer am sozialen Himmel: Wie dieser Artikel zeigt, scheint die Gesellschaft doch langsam ihre Augen zu öffnen, um neue Nameshorizonte zu erschließen. Ein Beispiel für die kritische Auseinandersetzung mit dem progressiven Kevinismus ist das Engagement der Punk-Rock-Pop-Gruppe „Die Ärzte‟, welche auf ihrer letzten Tour durch das betroffene Deutschland ihrem Publikum die Probleme der oft unbemerkten Krankheit in satirischer Form darlegte: Der Schlagzeuger und Sänger der Band positionierte in das musikalische Event immer wieder geschickt die nackte, dreckige Stoffpuppe mit dem Namen „Frauke-Chantal‟. Sie stellte eine allegorische Metapher dar, welche die schreckliche Zukunft der betroffen Kinder darlegen sollte (d.h. nackt, dreckig). Die vor dem viele Bevölkerungsschichten abdeckenden Publikum mutig publizierte Wahrheit verfehlte ihr Ziel nicht, denn viele Menschen gingen wohl mit einem traurigen Gefühl nach Hause, unwissend, wo „Frauke-Chantal‟ etwas warmes zu Essen und ein Dach über dem Kopf herbekommt. Und vielleicht überdachten eben diese Leute auch noch einmal ihre geplante Namensgebung.
Auch zeigt die Popularität einer Interessengruppe in einer bekannten Schüler-Community mit dem satirischen Namen „Schakkeliene - komm wech von die Regale du Arsch‟, dass die Aufklärungskampagnen der letzten Jahre vor allem bei den kommenden Generationen fruchten.

Gesellschaftliches Phänomen

Eine weitere besorgniserregende Auswirkung des Kevinismus ist die Verkümmerung der Namensaussprache. In den letzten Jahren vernimmt man im Alltag immer häufiger die eklatant falsche Aussprache dieser von Kevinismus bedingten Namen. Es wird vermutet, dass die Krankheit bei den Betroffenen das Sprachzentrum im Gehirn schädigt und sich eine spezielle Form der Dyslexie entwickelt, die sich vornehmlich auf die Artikulationsfähigkeit von Namen beschränkt. Beispiele finden sich in der Zitatensammlung.

Zitate
  • „Mama, warum heiße ich so?“
  • „Wie schreibt man denn das?“
  • „Wenn du willst, dass der Name unserer Tochter wie ein Badreiniger klingt, bitte schön! Dann darfst du dich aber nicht wundern, wenn sie irgendwann anfängt Domestos zu trinken.“
  • „Mein Sohn sollte einen besonderen Namen haben, ebenso meine Tochter, sie heißen Lucién Constantin und Vic Madeleine Baier."

und echte Schmankerl aus dem Real Life...

http://de.uncyclopedia.org/wiki/Zitatsammlung_Kevinismus

http://chantalismus.tumblr.com/


***

Wollen wir zum Abschluss noch schauen, wie es in DE rechtlich aussieht?


Namensrecht




Das deutsche Namensrecht ist großzügiger als viele denken.

Insbesondere wird den Eltern sogar ausdrücklich ein Namenserfindungsrecht zugestanden. Damit die Eltern dem Kind durch die Vornamensauswahl keinen Schaden zufügen, gilt es aber einige Regeln zu beachten:

So dürfen Vornamen nicht beleidigend oder lächerlich sein. Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein. Darum sind Sachbezeichnungen wie z. B. “Telefon” oder “Eisenbahn” genauso wenig gestattet wie Nachnamen. Heftig gestritten wird übrigens über Ortsbezeichnungen als Vornamen, nicht zuletzt weil es hier viele internationale Beispiele gibt.
Umstritten ist auch, ob Vornamen in Deutschland das Geschlecht erkennen lassen müssen.
Die gebräuchliche Kurzform eines Vornamens (Rudi, Susi) wird als selbständiger Vorname anerkannt, ein Kosename dagegen nicht.
Bekannte Sonderfälle:
  • Jungen dürfen Maria heißen, sofern sie einen weiteren, eindeutig männlichen Vornamen haben.
  • Biblische Namen mit negativer Prägung sind nicht zulässig (z. B. Kain, Judas). Umstritten ist es in Deutschland, ob Kinder Christus oder Jesus genannt werden dürfen. Seit 1998 ist zumindest Jesus als Vorname zugelassen.



Wie viele Vornamen sind erlaubt?

Es liegt im Ermessen des Standesbeamten, wie viele Namen für ein Kind zugelassen werden. Normalerweise werden aber bis zu fünf Vornamen für ein Kind problemlos eingetragen.

Wer darf den Vornamen des Kindes bestimmen?

Wenn den Eltern die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, bestimmen sie gemeinsam den Vornamen des Kindes. Wenn nur ein Elternteil sorgeberechtigt ist, hat dieses Elternteil allein das Recht und die Pflicht, den Vornamen des neugeborenen Kindes auszuwählen.

Rechtsgrundlage der Vornamengebung


Interessanterweise ist das Vornamensrecht in Deutschland nicht gesetzlich, sondern nur durch eine Verwaltungsvorschrift geregelt. Das Bundesverfassungsgericht relativierte die Reichweite dieser Dienstanweisung allerdings (BVerfG, 1 BvR 576/07 vom 5.12.2008):

Das Recht der Eltern, Sorge für ihr Kind zu tragen, umfasst auch das Recht, diesem einen Namen zu geben. Die Entscheidung, welchen Namen das Kind tragen soll, haben die Eltern in Ausführung der Verantwortung für das Kind zu treffen. Dies betrifft auch die Wahl des Vornamens, der der Individualität einer Person Ausdruck verleiht, den Einzelnen bezeichnet und diesen von anderen unterscheidet. Es ist zuvörderst Aufgabe der Eltern, ihrem Kind in freier gemeinsamer Wahl einen Namen zu bestimmen, den es sich selbst noch nicht geben kann. Mangels einschlägiger Bestimmungen im Namensrecht sind die Eltern in der Wahl des Vornamens grundsätzlich frei. Diesem Recht der Eltern zur Vornamenswahl darf allein dort eine Grenze gesetzt werden, wo seine Ausübung das Kindeswohl zu beeinträchtigen droht. Der Staat ist [...] berechtigt und verpflichtet, das Kind als Grundrechtsträger vor verantwortungsloser Namenswahl durch die Eltern zu schützen. Für einen darüber hinausgehenden Eingriff in das Elternrecht auf Bestimmung des Vornamens für ihr Kind bietet [das Grundgesetz] keine Grundlage.

Ortsnamen als Vornamen

Viele werdende Eltern suchen möglichst originelle und außergewöhnliche Vornamen für ihr Baby. Vor allem aus amerikanischen Quellen kommen dabei auch Ortsnamen ins Gespräch.
Im Artikel “Cheyenne ja, Berlin nein? – Rechtliche Unsicherheiten in der heutigen Vornamengebung” schreibt Wilfried Seibicke dazu:
… Zugespitzt formuliert: Wenn ich mein Kind Cheyenne oder Dakota nennen darf, warum dann nicht auch Bayer, Schwabe, Milano oder London? Wie sieht die Rechtslage aus, wenn jemand Berlin als Vornamen wünscht? Was ist da wichtiger: die Herkunft als Ortsname oder die Tatsache, dass Berlin in den Vereinigten Staaten als Jungen- und sogar als Mädchenvorname (!) bezeugt ist? Warum sind La Toya (Latoya) ‘die Ginsterbewachsene’ (Name einer Insel vor der nordwestspanischen Küste) und Maui (Name einer Insel im Hawaii-Archipel) zulässig, nicht aber Sylt und Helgoland? …







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