Mittwoch, 27. April 2011

The Family - Zarissimo

Michael I.    1613 - 1645
Alexei I.       1645 - 1676
Fjodor III.    1676 - 1682
Iwan V.        1682 - 1696
Peter I. der Grosse  1682 - 1725
Katharina I.   1725 - 1727
Peter II.         1727 - 1730
Anna I.          1730 - 1740
Elisabeth I.    1741 - 1762
Peter III.       1762
Katharina II. die Grosse  1762 - 1796
Paul I.            1796 - 1801 ermordet
Alexander I.   1801 - 1825       Hier: Poléjaév
Nikolaus I.     1825 - 1855      Herzen!
Alexander II.  1855 - 1881   Herzen, Bauernbefreiung 1861
Alexander III. 1881 - 1894      
Nikolaus II.    1894 - 1918


Der Ahnherr der Romanows ist der Bojar Andrej Kobyla, der ruthenischer Herkunft war und aus dem damaligen Großfürstentum Litauen stammte. Andrej Kobyla siedelte zur Regierungszeit des Moskauer Großfürsten Simeon Iwanowitsch (14. Jahrhundert) nach Russland über. Seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts nannte sich die Familie Sacharin-Jurjew. Anastasia Romanowna Sacharina wurde die Frau von Iwan IV. und ihr Bruder Nikita Romanowitsch hatte eine einflussreiche Stellung am Zarenhof. Seitdem hieß die Familie Romanow.


Nach dem Tod von Zar Fjodor I., Anastasias Sohn, entbrannte ein Machtkampf um den Thron. Der Sohn von Nikita Romanowitsch, Fjodor Nikititsch Romanow, der spätere Patriarch Philaret, unterlag Boris Godunow. Nach der Smuta wurde Fjodor Nikititschs Sohn Michael Fjodorowitsch 1613 vom Semski Sobor zum Zaren gewählt und begründete die Dynastie der Romanows.


Iwan IV. Wassiljewitsch, der Schreckliche, (russ. Ива́н (Иоа́нн) Васи́льевич Гро́зный, Groznyj, treffender der Bedrohliche; * 25. August 1530 in Kolomenskoje; † 18. Märzjul.28. März 1584greg. in Moskau), war der erste Großfürst von Moskau, der sich zum Zaren von Russland krönen ließ. Durch tiefgreifende Reformen von Verwaltung, Rechtswesen und Armee stärkte er die Zentralgewalt und förderte den niederen Dienstadel auf Kosten der mächtigen Bojaren. Unter seiner Herrschaft expandierte das Zarentum Russland auf Kosten tatarischer Khanate beträchtlich nach Osten und Süden. Der erfolglose Livländische Krieg und der interne Terror (Opritschnina) hinterließendas Land jedoch in einem geschwächten Zustand.




Einige Lebensdaten:

Michael I.       1613 - 1645
Alexei I.          1645 - 1676
Fjodor III.       1676 - 1682


Iwan V. Groszny 1682 - 1696
 
      Ivans V Alexeewich (1666-1696)


Peter I. der Grosse      1682 - 1725 

Geb. am 30 Mai 1672 in Moskau.                                                                       Gest. am 28 Jan. 1725
Zar seit 27 Apr. 1682.
Sohn des Zaren Alexis Mikhailowich (1629 - 1676) und der Zarin von seiner zweiten Ehe Natalia Kirillowna Naryschkina (1651 - 1694).
Charakter:                                                                                                           Aktiv in Staatsangelegenheiten , militärisch und diplomatisch.
Peter war zweimal verheiratet:                                                                               Seine erste Ehe war mit Eudoxia Fyodorowna Lopukchina (1669 - 1731), aus dieser Ehe stammt  sein erster und einzigster Sohn, Aleksej (1690-1718).
Seine zweite Ehe war mit Marta Alexeewna Skawronskaja (1683-1727; spätere Zarin Katharina I.), welche Peters enger Freund Alexander Menschikow, dem Zaren vorstellte. Sie war die Tochter eines litauischen Bauers.
Aus dieser Ehe stammen neun Kinder. Alle mit Ausnahme von Anna (1708-1728) und Elizabeth (1709-1761) spätere Zarin Elizabeth, starben im Kindesalter.

Peter war 2.03 Meter groß, breitschultrig und muskulös, mit einem hübschen Gesicht und blauen Augen. Er hatte ein ungestümes und energisches Wesen und eine ungemeine Körperstärke. Von all den Zaren, die Russland regierten, stellte keiner so staatliche Erscheinung dar wie Peter der Große.
Er schwang selbst die Axt, um eine Kriegsflotte bauen zu helfen und Dienste sogar als Korporal in seiner eigener Armee. Obwohl er in den prächtigen Palästen mit aller Bequemlichkeit leben konnte, wohnte er oft zufrieden in einer kleinen Hütte mit 2 Zimmern. (Haus Peters des Grossen). Der russische Adel umschmeichelte ihn nicht allein wegen seiner kriegerischen Erfolge, er aber suchte die Gesellschaft von Ausländern und einfachen Bauern. Er konnte ein sanfter und strahlender Mensch sein und im nächsten Augenblick wieder Ivan dem Schrecklichen gleichen. Seine Grausamkeit aber hatte das Ziel ein faules, unwissendes und uraltes Russland zu Macht und Größe anzutreiben. Sein ganzes Leben lang, setzte er seine ungeheuere Kraft und seine Energie daran Russland zu modernisieren.

Peter und sein Ziel:
Es scheint, als wäre die Zeit in Russland stehen geblieben. Die Technik entspricht dem Wissensstand des Mittelalters. Peters Politik zielt auf Modernisierung und Expansion. Seine Anregungen holt er sich in einer Siedlung, die nur fünf Kilometer von Moskau entfernt ist - in der Kolonie der Ausländer. Er schließt Freundschaft mit dem holländischen Kaufmann Franz Timmermann. Mit dessen Hilfe lernt er den Umgang mit nautischen Geräten und das Segeln.
Seit seiner Kindheit interessierte sich Peter für Segelboote. Er besaß ein eigenes Segelboot und lernte damit umzugehen. Mit den Jahren entwickelte sich eine große Leidenschaft für die Schifffahrt und Navigation.
Im Jahre 1694 verlässt erstmals ein russischer Zar das Festland. 1695 gründet Peter schließlich die russische Marine und begann mit dem Aufbau der russischen Flotte, die sich nach dem westlichem Vorbild orientierte. Zwei Jahre später kann der junge Regent seine Seetüchtigkeit in der Kriegsführung einsetzen. Er erobert mit seiner neuen Streitkraft und westlicher Militärtechnik die osmanische Festung Asow am unteren Don. Die geglückte Unterwerfung verhilft dem Zaren nicht nur in Russland zu großer Anerkennung. Auch in Europa wird man auf den 24Jährigen aufmerksam.

Peters Wissenshunger wird immer stärker. Er begibt sich in Europa auf die Suche nach neuen Ideen und Techniken, die zur Modernisierung Russland beitragen sollen. 1697 reist er inkognito über Riga, Berlin und Hannover nach Amsterdam. Peter ist begeistert von den einheimischen Schiffsbauern und schickt Hunderte von ihnen nach Russland. Doch, damit nicht genug. Er selbst lernt die Kunst des Schiffsbaus und heuert unter dem Namen Peter Michailow einige Zeit auf einer Werft als einfacher Zimmermann an. Er lässt sich in England in die Geheimnisse der Astronomie einweihen und erforscht er die Neuheiten der Medizin. In der Kunstkammer kann man sogar die von Peter persönlich gezogenen Zähne seiner Patienten sehen.
Seine Reise endet allerdings plötzlich mit der Nachricht einer Revolte der traditionellen Strelitzen in der Heimat. In Krakau angekommen, erfährt er, dass der Aufstand bereits niedergeschlagen ist. 1.800 Rebellen sind in Gefangenschaft genommen, viele werden öffentlich hingerichtet.
Kurz nach seiner Rückkehr begann Peter seine Ideen, die er während seiner Europareise sammelte zu verwirklichen, und erließ eine Vielzahl an Reformen die das alltägliche Leben betrafen.
 .
"Hier werde ich eine Stadt bauen", so überliefert die Legende das Wort des Zaren von 1703. In der sumpfigen Wildnis des Newa-Deltas plant Peter für sein Volk eine neue Hauptstadt, ein Fenster zum Westen. Dabei kümmert ihn kaum, dass Tausende von russischen Bauarbeitern ihr Leben lassen. Viele sterben an Krankheiten wie Sumpffieber oder Skorbut. St. Petersburg - die Stadt, die auf Schlamm und Menschenknochen erbaut wird. Der 17. Mai 1703 gilt als Geburtstag der neuen Kapitale. An diesem Tag beginnt der Zar mit dem Bau der Peter und Pauls-Festung auf der Haseninsel.

Der Herrscher lässt den italienischen Architekten und Städtebauer Domenico Rezzini anreisen, um mit ihm alle Details abzusprechen. Mit seiner Hilfe entsteht in Russland das "Venedig des Nordens", ein Paradies künstlerischer Vollkommenheit und Schönheit. Eine Vielzahl prächtiger Paläste zieren die Stadt. Am berühmtesten ist der Winterpalast, ein prunkvoller Barockbau, der 1762 fertig gestellt wird. Schon im Jahre 1712 verlegt Peter den Regierungssitz von Moskau nach St. Petersburg.



Der Große Nordische Krieg
Im "Großen Nordischen Krieg" gegen den schwedischen König Karl XII. kassiert Peter im Jahre 1700 erstmals einen Niederschlag. In der historischen Schlacht von Narwa verliert die russische Armee gegen eine zahlenmäßig unterlegende schwedische Truppe. Der Zar lernt aus seinem Misserfolg. Er lässt neue Uniformen und Ausrüstungen anfertigen und die heiligen Glocken der einheimischen Kathedralen für Geschütze einschmelzen.

Zudem erweitert der siegeshungrige Feldherr seine Kampftruppe. Bauern und Leibeigene lässt er zu Soldaten ausbilden. Im Juli 1709 treffen die verfeindeten Heere erneut aufeinander. Peter siegt überragend mit einer 40.000 Mann starken Armee.
Die nächste Auseinandersetzung findet nicht mit einer fremden Macht statt, sondern mit seinem Sohn Aleksej. Er ist das Gegenteil seines Vaters: tief gläubig und ganz und gar dem alten Russland zugetan. Peter stellt ihn vor die Wahl: Entweder Thron oder Kloster. Der Nachfolger wählt den dritten Weg - er flieht. Doch russische Truppen folgen ihm und bringen ihn in sein Heimatland zurück. Peter ist der Annahme, dass sein eigener Sohn eine Verschwörung plant und verurteilt Aleksej zu 40 Schlägen , die dieser mit dem Tod bezahlt. Nur einen Tag nach dem grausamen Mord feiert der Zar ausgelassen die siegreiche Schlacht gegen die schwedische Armee. Unter "Peter dem Großen" avanciert das russische Reich zu einer der stärksten Weltmächte. Der ehrgeizige Regent führt 21 lange Jahre Krieg und baut das Imperium immer weiter aus. 1721 nimmt er den Kaiser-Titel an. Sein ruhmreicher Lebensweg endet am 28. Januar 1725. "Peter der Große" stirbt an einer Harnwegsinfektion. Ein Jahr zuvor lässt er seine zweite Frau, Katharina I., zur Kaiserin krönen. Sie herrscht nach seinem Tod über Russland.


Sankt-Petersburg

„Sankt-Petersburg - die Stadt der „Weisen Nächte“ oder als „Venedig des Nordens“ bekannt, wurde 1703 vom Peter dem Großen gegründet. Die Gründung von Sankt-Petersburg begann auf der Haseninsel,      einer Flussinsel in der Newa, wo die Peter- und -Paul- Festung entstand.
Sankt-Petersburg zählt heute mit ihren grandiosen Palästen, herrlichen Parks, eleganten  Kanälen und bedeutenden Plätzen zur einer der schönsten Stadt Europas. Es verging nicht lange und St. Petersburg die Schlüsselstellung als Kultur und Wirtschaftszentrum und lockte damit Architekten, Künstler, Tänzer, Literaren und Musiker der ganzen Welt an. Peter dem Großem und seinen Nachfolgern war nur das beste gut genug.

Die Stadt wechselte drei mal ihren Namen:                               
- Sankt-Petersburg : 1703 - 1914
- Petrograd: 1914 - 1924  (Zum Beginn des 1.Weltkriegs gegen Deutschland.)
- Leningrad: 1924 - 1991  (Zu Ehren nach dem Tod vom Wladimir Lenin)
- Sankt-Petersburg: 1991 wieder umbenannt auf Wunsch Petersburger Einwohner.

Sankt-Petersburg liegt auf dem 60´ Breitengrad wie der Südteil Alaskas. Mit fünf Millionen Einwohnern ist Sankt-Petersburg die größte Stadt in arktischen Regionen, bzw. die nördlich größte Millionenstadt der Welt. Die Stadt liegt am Finnischen Meerbusen direkt an der Küste der Ostsee. Die Newa, (Fluss) die am Ladoga- See entspringt und in die Ostsee mündet, teilt sich im Zentrum der Stadt in drei Hauptarme. Somit wird das Stadtgebiet in vier große Stadtgebiete aufgeteilt:

    -Wyborger Seite -Petrograder Seite -Wassiliwski -Insel -Große Seite  -das Zenrum mit dem südlichem Anteil der Stadt.

Die 74 km lange Newa erreicht im Stadtinneren bis zu 1 km Breite. Im Winter vom November bis April gefriert die Newa und ist für Schiffe nicht passierbar..
Die Stadt erstreckt sich über 100 Inseln, die aus dem Netz der Newa und der vielen Kanäle entstehen. Sankt-Petersburg besitzt über Flüsse und Kanäle mit einer Gesamtlänge von über 300 km und damit hält sie sich unter den ersten Positionen in der Welt.
Die Stadt besteht aus 15 Stadtvierteln. Über 320 Brücken gibt es in Sankt-Petersburg. Zusammen mit den Vorstädten kommt man auf etwa 600 Brücken. Es gibt über 120 Museen um die 40 Theater und schätzungsweise um die 1000 architektonische Sehenswürdigkeiten. Man nennt diese Stadt auch ein Museum unter freiem Himmel.

Allgemeininfo

Sankt-Petersburg ist nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands. Während der Zarenzeit 1709 - 1918 war Sankt-Petersburg die Hauptstadt Russlands.

Es gibt zwei Flughäfen, fünf Bahnhöfe und ein vorzügliches Metronetz mit rascher Zugfolge. Manche Metrostationen befinden sich bis zu 100 m unter der Erde. Die Metro ist unter den Touristen sehr beliebt. Allein der Anblick der Architektur lohnt sich die Metro zu nehmen.

Sankt-Petersburg bietet ein hohes Maß an Architektur und Kultur. Große Architekten aus ganz Europa waren an der Schöpfung dieser Stadt beteiligt. Viele unterschiedliche Stiele sind entstanden. Diese Stadt ist einzigartig und schwer mit anderen russischen Städten zu vergleichen.
Sankt-Petersburg wird von den Russen kurz „Piter“ genannt. Die Hauptader der Stadt bildet der „„Newsi Prospekt“ (kurz „„Newski).“). Der bis zu 60 m breite und 4,5 km lange „„Newski“ ist eine Kultur und zugleich Einkaufsmeile der Stadt. Hier erlebt man auch die schönsten Straßenvorstellungen.
Das Zentrum der Stadt befindet sich im Scheitelpunkt des dreistahligen Straßensystems auf der Großen Seite. Da wo die drei Megastrahlen „„Newski Prospekt“ , „Gorochowaja Uliza“ und „Wosnesenskij Prospekt“ aufeinander zulaufen, steht die Admiralität, ein riesiges Gebäude mit seinem hohem goldenem Turm.


Katharina I.              1725 - 1727

Geb. 1684                                                                                                       Gest. 1727
Zarin 1725 - 1727
Bestieg  den Thron nach dem Tod ihres Ehemannes, des Zaren Peter dem Großen.
Kinder: Anna Petrowna und (spätere Zarin) Elisabeth Petrowna. Anna Petrowna heiratete mit Karl Friedrich von Holstein und zog nach Holstein. Ihr gemeinsamer Sohn war der spätere Peter III, der Enkel vom Peter dem Großen.

Nach der ersten gescheiterten Ehe, verband sich Peter mit einer gut aussehenden Litauischen jungen Frau, welche Peters enger Freund Alexander Menschikow, dem Zaren vorstellte. Sie war die Tochter des litauischen Bauers Samuels Skawronskij. Vor ihrer Annahme zum Russisch- Orthodoxen Glauben trug sie den Namen Martha. Sie wurde 1711 Tsaritsa, und 1721 zur Kaiserin erklärt. 1725 bestieg Katharina nach dem Tod ihres Ehemannes Peter dem Gossen, den Thron. Das verdankte Katharina I. vor allem Fürst Menschikow, der dies für sie arrangierte. Es entwickelte sich sogar eine Affäre zwischen den beiden. Obwohl nur zwei Töchter überlebten, führten Peter und Katharina eine glückliche Ehe. Sie war der erste königliche Inhaber von Tsarskoje Selo. Der Große Palast von Tsarskoje Selo wurde später nach ihr in den Katharinen-Palast umbenannt. Seit Peters Tod führte sie jedoch einen ausschweifenden Lebensstiel und stirbt im Alter von 43 Jahren nach einer kurzer Regierungszeit von nur 2 Jahren. Katharina übergab den Thron an ihren Enkel Peter II. (Sohn von Aleksej)  


Peter II.                    1727 - 1730

Geb.1715                                                                                                   Gest.1730
Zar von 1727.
Sohn von Tsarewich Aleksej und Prinzessin Charlotte Christina Sophia              von Braunschweig. Enkel von Peter dem Großen und Eudoxia Lopukhina (1.Gattin). Bestieg den Thron nach dem Tod der Zarin Katharina I.

Peter II. war der Sohn vom bereits verstorbenem Aleksej, Peter´s einzigem Sohn. Er schätzte Sankt Petersburg nicht und verlegte den Hof nach Moskau zurück. Moskau wurde 1727 für die nächsten 5 Jahre wieder zur Hauptstadt Russlands. 1730 starb er an Pocken. Peter II. wurde als einziger Zar der Grablege der Zarenfamilie Romanow in der Peter -und Paul -Festung nicht beigesetzt, stattdessen in Moskau.


Anna I.                      1730 - 1740

Name: Anna Iwanowna
Geb. 1693                                                                                                    Gest. 1740
Regierungszeit: 1730 - 1740
Nichte Peters I.
Tochter des Zaren Ivans V Alexeewich (1666-1696) und Tsaritsa Praskowia Fjodorowna Saltykowa (1664-1723).
Bestieg den Thron nach dem Tod ihres Neffen, Zaren Peters II. und wurde 1730 zur Zarin gekrönt. Während Annas Regierungszeit wurde Tzarskoje Selo als ein Landwohnsitz und Jagdhütte verwendet, gehörte allerdings Elisabeth.

Beschreibung: korpulent, mollig.
Sie kümmerte sich wenig um die Regierungsgeschäfte und zog es vor, ihren Vergnügungen nachzugehen wie (hier) dem Jagdsport in einem ihrer Parks. Unter der Zarin Anna erhielt St.-Petersburg den Status der Hauptstadt zurück.
Während ihrer Regierungszeit wurde die Hauptstadt in 5 Stadtteile geteilt. Das Zentrum der Stadt wanderte von der Petrograder Seite zu der Großen Seite bei der Admiralität. 1732 - 1740 wurden hier städtebauliche Probleme gelöst,  die für Jahrhunderte die architektonische "Biographie" St.-Petersburg vorherbestimmt haben. Das von Zarin Anna und ihrer Kommission entworfene 3-Strahlige Straßensystem im Zentrum der Stadt behält noch heute ihre Struktur. Newski Prospekt, Gorochowaja Uliza und Wosnessenski Prospekt durchschneiden von der Admiralität ausgehend strahlenförmig dem historischen Kern.
Anna hatte keinen Sohn und bestimmte deshalb ihren Großneffen (den Enkel ihrer älteren Schwester) zu ihrem Nachfolger, den man als Kleinkind unter den Namen Iwan VI zum Zaren ausrief.


Ivan VI.  1740 - 1764


Zar Ivan VI.
Iwan Antonowich (1740-1764)
Zar von 1740 bis 1741.

Iwan war der Sohn der Prinzessin Anna Leopoldowna von Mecklenburg, und Fürsten Anton Ulrich Braunschweig von Luneburg. Die Prinzessin Anna Leopoldowna war die Nichte der Zarin Anna Ivanovna. So kam Iwan als Kleinkind auf dem Thron nach dem Tod und Willen seiner großen Tante der Zarin Anna Ivanovna. Am 9. November 1740 vollendete seine Mutter, Anna Leopoldovna, einen Gerichtscoup und erklärte sich zur Monarchin Russlands.

Elisabeths Staatsstreich
Elisabeth liebte mit den Gardeoffizieren in den Kasernen zu trinken. Mit stürmischen Bitten überzeugten die Offiziere Elisabeth den Thron zu besteigen. Elisabeth stimmte zu. Nach der Treue-Schwur der Garde ritt Sie mit den Soldaten zum Winterpalast, wo Anna Leopoldowa eine entfernte Verwandte der Romanow mit ihrem einundhalbjährigem Sohn dem Zaren Iwan VI lebte. Die Garde verhaftete Annas Ratgeber. Anna und ihre Familie wurden ins Exil abgeschoben. Das unschuldige Kind (Iwan VI) wurde in eine geheime Zelle in der Festung Schlüsselburg weggebracht (ca. 30 km. östlich von St. Petersburg).

23 Jahre verbrachte der unglückliche Junge Zar in einsamer Gefangenschaft. Er konnte kaum sprechen. Und sein Kerkermeister wußte nicht einmal wer er war.
1764 unternahm ein unzufriedener Infantrieoffizier eine Verschwörung. Mit dem Ziel Iwan zu befreien und ihn auf den Thron zu setzen. Beim Angriff auf die Festung handelte ein unmenschlicher Soldat nach der Instruktion, die schon lange vorlag, und erdolchte Iwan unverzüglich der mit seinen 24 Jahren starb.



Elisabeth I.                1741 - 1762

Geb. 1709                                                                                                   Gest.  1761
Zarin von 1741-1761, kam zur Macht durch Entthronen des Zaren Iwans VI.
Sie war die jüngere Tochter des Zaren Peter I und Kaiserin Katharina I.

Die Thronbesteigung:
Während der fünfzehn Jahre nach Peters Tod verlor Russland Stück für Stück das so mühsam erworbene Ansehen. So entschlossen die Garderegimer zu handeln. Für sie war klar wer Russland regieren sollte, sie kannten Peter´s energische Tochter nur zu gut. Elisabeth liebte mit den Gardeoffizieren in den Kasernen zu trinken. Mit stürmischen Bitten überzeugten die Offiziere Elisabeth den Thron zu besteigen. Elisabeth stimmte zu. Nach der Treue-Schwur der Garde ritt sie mit den Soldaten zum Winterpalast, wo Anna Leopoldowa eine entfernte Verwandte der Romanow mit ihrem einundhalbjährigem Sohn und dem damaligem Zaren Iwan VI lebte. Die Garde verhaftete Annas Ratgeber und Anna und ihre Familie wurden ins Exil abgeschoben. Das unschuldige Kind (Ivan VI) wurde in eine geheime Zelle in der Festung Schlüsselburg weggebracht (ca. 30 km. östlich von St. Petersburg).
Am Anfang ihrer Regierungszeit zeigte sie viel Interesse für Politik und Architektur. Der Architekt Francesco B. Rastrelli schuf im Auftrag der Zarin die schönsten Meisterwerke der Baukunst im Barock. Elisabeth verfügte über gute Anlagen, die sie wohl von ihrem Vater erbte. Sie besaß Diplomatisches Geschick, gutes Urteilsvermögen, Temperament und viel Scharm.  Doch Laufe ihrer 21-jährigen Herrschaft neigte sie mehr zur Ausschweifungen und ergab sich ihren Launen. Ihre Schönheit und ihre kostbaren Kleider bildeten den Stolz der Zarin. Sie besaß um die 2000 Kleider.
 Nach ihrer Krönung befahl Elisabeth den umfassenden Wiederaufbau und Ausbreitung des Großen Palastes, den sie später in den Katharinen Palast zu Ehren ihrer Mutter umbenannte. Sie war die alleinige Eigentümerin von Tsarskoje Selo. Es folgte die Schaffung des Neuen Parks und Ausbreitung des Alten Parks, Aufbau des Pavillons.
Trotz der Tatsache ihrer unzähligen Liebesaffären hatte Elisabeth keine Kinder und übergab den Thron dem eizig übrigem Nachkommen Peter des Großen, an ihren Neffen, Charles Peter Ulrich von Holstein (Enkel Peter´s des Großen) den zukünftigen Peter III.



Peter III.                   1762

Geb. 1728                                                                                                       Gest.  1762 (ermordet)
Regierungszeit: 1761 -62
Da Elisabeth, die Tochter Peter´s des Großen trotz ihren Affären keine Kinder hatte, blieb der einzige Nachkommen Peter´s des Großen der junge Karl Peter Ulrich (Peter III) übrig. Der Sohn Elisabeth´s Schwester Anna Petrowna.
Anna Petrowna war mit Karl Friedrich von Holstein-Gottorp verheiratet  und lebte mit ihrem Sohn in Holstein. (Anna starb 1728 mit 20 Jahren.)

Der Junge hatte viel unter den Rohheiten seines Erziehers leiden müssen, der ihn oft bis aufs Blut peitschte. Mit 17 wurde er Großherzog von Holstein. Elisabeth holte ihn von Holstein nach Russland, änderte seinen Namen und zwang ihn den Orthodoxen Glauben anzunehmen. Peter verabscheute alles  was sie tat. Er liebte Holstein und hasste Russland. Der stete innere Widerstand erschütterte die schwache Gesundheit des Jungen, und seine geistige Entfaltung kam zum Stillstand. Vergeblich versuchte man ihm einiges Wissen beizubringen, er jedoch sträubte sich dagegen und beschäftigte sich lieber mit seinen Spielsoldaten und verurteilte Raten, die er auch hinrichten ließ. Historiker stellten fest, das er zeitweise das Bild eines Geisteskranken bot.
Elisabeth hatte von Anfang an den Plan, Peter III mit der zukünftigen Katharina II. zu verheiraten. Obwohl sich Peter III sich dagegen wehrte, kam es doch dazu. Die Ehe verlief katastrophal.
1762 besteigt Peter III den Thron. Man merkte seine Unfähigkeit zur Herrschaft ihm deutlich an. In einer Säuferlaune ordnete der neue Zar sogar  die Verhaftung seiner Gemahlin (Katharina II). Mit Mühe redete man ihm sein Vorhaben aus. Aber auch außenpolitisch kam es zu Spannungen.
Peter, der ein großer Verehrer Friedrichs des Großen war, unterzeichnete gleich nach seiner Thronbesetzung einen Friedensvertrag zwischen Russland und Preußen. Ließ sich auf einen Krieg gegen Dänemark ein, um ein paar Quadratkilometer Boden für seine alte Heimat Holstein zu gewinnen. Zu guter Letzt ließ er seine schon genug gereizten Offiziere und Truppen preußische Uniformen tragen. Das alles war für Russland zu viel.
Nach nur sechsmonatiger Regierungszeit wurde er von einem Coup der Kaiserlichen Garde, die mit dem Einverständnis seiner deutschen Gemahlin entmachtet und abgesetzt, die gleich darauf als Katharina II. den Thron bestieg.
Peter wurde unter Aufsicht in ein Landhaus außerhalb von Sankt-Petersburg verschickt, wo er trank und sich vergnügte. Kurz darauf wurde er dort bei einem Streit getötet.


Katharina II.            1762 - 1796

Katharina die Große

Geb. 1729                                                                                                  Gest. 1796
Zarin von 1762.
Kam zum Thron durch das Absetzen ihres Ehemannes des Zaren Peter III, Fjodorowich.
Katharina war einst Deutsche Prinzessin Sophia Friederike Augusta von Anhalt-Zerbst. Nach dem Annehmen des Russischen- Orthodoxen Glaubens, erhielt sie den Namen Katharina Alexeewna.
Im Jahre 1745 (nach dem Willen der Zarin Elisabeth) ging sie in Ehe mit dem einzig übrigen Erben Peters des Großen, dem Enkel Peter Fjodorowich, Peter III.     Aus dieser Ehe stammen 2 Kinder: der Sohn, Paul (der zukünftige Zar Paul I.) und eine Tochter, die in Kindheit starb.

Katharina und ihre Thronbesetzung:
Katharina´s Gemahl der neue Zar Peter III. versetzte Bauern, Adlige und nicht zuletzt seine Offiziere durch seine Unfähigkeit zur Herrschaft, Abneigung gegen alles Russische und die launenhaften Verordnungen in tiefe Unzufriedenheit. So drängelten einige enge Freunde und Offiziere Katharina, sich des Thrones zu bemächtigen.
Während Katharina zögerte, bereiteten ihre Freunde die Verschwörung vor.
In der Nacht des 27 Juni 1762, machte einer der Verschwörer im betrunkenem Zustand verräterische Äußerungen. Er wurde daraufhin verhaftet und verhört. Nun war die Zeit knapp, denn unter Folter könnte der verhaftete alles verraten. Im Morgengrauen schlich Hauptmann Alexej Orlow Preobraschenski-Regiment unbemerkt in das Schlafzimmer Katharinas und erklärte dass es Zeit zu handeln sei. Angekommen bei den Kasernen traf Katharina auf die bereits instruierten Truppen, die sie mit Jubel empfingen. Ein Priester trat mit einem Kreuz hervor und begann zu beten, anschließend leisteten die Soldaten den Treueid auf Katharina, die nun angesichts des Kreuzes zur souveränen Herrscherin über Russland wurde. Im ganzen Land läuteten die Glocken, Bürger gingen auf die Strasse und schlossen sich begeistert Katharina und den Truppen an. Als      Peter III. von dem Staatsstreich erfuhr, erbat er bei der neuen Kaiserin die Erlaubnis in sein geliebtes Holstein zurückkehren zu dürfen. Sie erfühlte ihm diesen Wunsch nicht, denn er würde eine ständige Bedrohung darstellen. Sie schickte ihn unter Aufsicht in eines seiner Landhäuser, wo er trank und sich vergnügte. Kurze Zeit später wurde er jedoch bei einem Streit getötet. Es darf angenommen werden, dass Katharina diesen Mord nicht auf dem Gewissen hat.

Katharina´s Regierungszeit
Katharina war sehr temperamentvoll und intelligent. Sie vertat die Politik vom Peter des Großen, nur nicht mit solch harten Methoden. Katharina war der Meinung, dass dem Volk an Aufklärung fehlte. Das versuchte sie in Griff zu bekommen und stiftete zahlreiche Schulen.
Katharina hatte zahlreiche Liebhaber, die sie bei der Regierungsherrschaft unterstützten, einer von ihnen war Fürst Potjomkin, dem sie ein Schloss schenkte.
Sie befasste sich gern mit Philosophie. Besonders angetan war sie von französischen Philosoph Voltair, Montesquieu, dÁlembert und Diderot mit denen sie ständigen Briefkontakt hatte. Französisch kam unter den Gelehrten und dem Adel in Mode. Katharina die selbst von Frankreich angetan war, erhob sogar Französisch zur Hofsprache. Unter ihrer Regierungszeit erfuhr Russland das goldene Zeitalter des Adels.

1773 noch zu Lebzeiten Katharina´s, wurde im Garten vor dem Alexandrinski-Theater ein Denkmal für Katharina II. enthüllt.
1777 schenkte Katharina II. ihrem Sohn Paul und seiner Gemahlin Maria ein Gut am Ufer des Slawjanka-Flusses 30 km südlich St. Petersburg das zukünftige Pawlosk.
Katharina war der Überzeugung, dass Autokratie die einzig mögliche Regierungsform sei.
„Die Französische Revolution“ von 1789 versetzte die Zarin in Furcht und Schrecken und bewirkte in ihr einen Wandel. Währen ihrer letzten Lebensjahre änderte sie ihre Innenpolitik. Erstmals in ihrer Regierungszeit kam es zur massiven Verfolgung von Intellektuellen. Sie verbannte jeden, der Kritik an der Leibeigenschaft ausübte. Sie gründet viele Schulen und Universitäten und fördert die Wissenschaft und Künste, für die sie sich selbst begeisterte. Tzarskoje Selo war der begünstigte Sommerwohnsitz von Katharina II.
1796 stirbt Katharina und übergibt den Thron ihrem einzigem Sohn Paul.



Paul I.                 1796 - 1801 ermordet

Geb.: 1754                                                                                                 Ermordet: 1801
Regierungszeitraum: 1796 - 1801
Sohn des Zaren Peter III und Katherina II

Verheiratet zweimal:                                                                                   Erste Ehe (1773) mit der deutschen Prinzessin Wilhelmina Luisa von Hessen-Darmstadt, die nach der Annahme des Russisch-Orthodoxen Glaubens Natalja Alexejewna hieß. Starb 1776 während der Geburt.
Zweite Ehe (1776) mit der deutschen Prinzessin Sophia Dorothea Augusta Luisa von Württemberg  (1759 - 1828), die nach der Annahme des Russisch-Orthodoxen Glaubens Maria Fjodorowna hieß. Sie hatte 10 Kinder gebohren.
Kinder: 4 Söhne und 6 Töchter. Unter ihnen zukünftiger Zar Alexander I. der älteste Sohn und zukünftiger Zar Nikolaus I.

1796 besteigt Paul, Katharinas einziger Sohn als Paul I. im Alter von 42 Jahren den Thron. Paul wurde als geisteskranker Wüterich bezeichnet und wurde wegen seinen schlechten Charaktereigenschaften überall gehasst. Den Charakter erbte er wohl von seinem Vater Peter III. Obwohl er Gerüchten zur Folge nicht der Sohn Peter´s des III , sondern eines Katharina´s Liebhabern sein soll, deutet wohl dem Charakter zur Folge jedoch alles darauf hin, dass er doch Peter´s Sohn ist. Wenn nicht, wäre der Romanow-Stammbaum hier zu ende. Paul mochte seine Mutter (Kathrina II) nicht, genauso wenig wie ihre berühmten Affären. Er gab ihr die Schuld an dem Tod seines Vaters (Peter III) und konnte es ihr nie verzeihen. Ebenso wenig mochte er Zarskoje Selo, die Zarenresidenz und Heim seiner Mutter, und zog vor während seiner Regierungszeit Pawlowsk und Gatchina zur Residenz zu machen.
Genauso wie sein Vater stellte Paul eine manische Liebe für das Militär, der seine Truppen mit immer verrückteren Einfällen geschockt hatte. Das machte ihn sowohl gefürchtet als auch gehasst.
Aufgrund der vielen Morddrohungen, ließ sich Paul zur eigenen Sicherheit ein massives Hochsicherheitesschloss bauen (das heutige Michaels-Schloss beim Platz der Künste). Es befand sich auf einer kleinen Kanal-Insel, die sich aus den Flüssen Fontanka, Moika und zwei Kanälen bildete.
Nach nur 6 Jahren Bauzeit wurde der Palast am 1. November 1800 der offizielle Wohnsitz der Familie des Zaren. Das moderne Schloss mit seinen Zugbrücken, Wachen, der vielen Räume, Gängen, Ebenen und jeder Menge Sicherheitsanlagen, half Paul nicht. Paul weigerte sich seine Abdankung zu unterschreiben. In der Nacht vom 11 März 1801 wurde Paul I. in seinem Schlafzimmer brutal erschlagen und erdrosselt. Die Täter waren angestellte Verschwörer die im Schloss gearbeitet haben. Die Absetzung soll mit dem stummen Einverständnis Alexanders I (ältester Sohn) geschehen sollen, der nach der Ermordung an den Thron kam. Nach der Ermordung des Zaren ging seine Familie zum Winterpalast zurück.   
Vor  seinem Schloss befahl Paul I. das Reiterstandbild Peters des Großen aufzustellen mit der Inschrift: "Dem Urgroßvater vom Urgroßenkel"


Alexander I.        1801 - 1825       Hier: Poléjaév

Alexander Pawlowich Romanow
Geboren: 1777                                                                                            Gestorben: 1825
Regierungszeitraum:  (1801-1825)
Ältester Sohn des Zaren Paul.
Mutter: Maria Fjodorowna (Aus zweiter Ehe des Zaren Pauls)

Alexander heiratete die deutsche Prinzessin Luisa Maria Augusta von Baden-Baden (geb.1779 - 1826), die kurz darauf als Elisabeth Alexejewna den Russisch-Orthodoxen Glauben annahm. Sie bekam zwei Töchter die im Kindesalter starben.
Kam zum Thron nach dem Mord seines Vaters, Zar Paul I. Während seiner Herrschaft, wurde "Zarskoje Selo" wieder zur Regierungsresidenz der Zaren. Alexander ließ in "Zarskoje Selo eine Eliteschule für Jungen aus höheren Ständen einrichten. Diese besuchte 1811 der 12 jährige Alexander Puschkin.

Von Alexander I. erbten die späteren Zaren die blauen Augen und den zarten Körperbau.
Als Zar Alexander 1., der Enkel Katharinas der Großen,  1801 den Thron bestieg, zeigte er sich entschlossen, die Lage der Leibeigenen endlich zu bessern. Er folgte auf seinen Vater, den Zaren Paul I., einen geisteskranken Wüterich, der durch eine Palastrevolution sein Ende gefunden hatte. Alexander schaffte die Geheimpolizei ab, begnadigte Tausende von politischen Gefangenen und untersagte die Anwendung der Tortur beim Verhör. Er schaffte die Folter und Prügelstrafe ab und öffnete Russland, das sich unter Katharina und Paul so verschlossen hatte, liberalen ausländischen Ideen. Studenten durften wieder ins Ausland reisen, westliche Bücher fanden Eingang in Russland, und in russischen Verlagen erschienen Werke, die zur Grundlage einer neuen russischen Literatur und Kultur wurden.
Alexander war der Lieblingsenkel Katherina der Großen, die ihm viel Zeit widmete. Er bekam eine ordentliche Erziehung, und lernte viel von über die Politik und Autokratie. Alexander war zu Beginn sehr zielstrebig, ideenreich, voller Energie und hatte das große Bedürfnis sein Land irgendwie zu überholen und liberalisieren. Das Ziel Alexanders Entwurfes war, eine klare Gewaltenteilung in gesetzgebende, ausübende und richterliche Funktion unter Mitwirkung von Vertretern des ganzen Volkes, sogar der Bauern-Klasse, herbeizuführen. Es war eine Zeit historischer Spannung. Konnte und würde Alexander trotz der Widerstände des Adels Russland einen Weg in eine neue Freiheit zeigen?
Doch er wurde von Napoleon abgelenkt. Die Napoleonischen Kriege verzögerten die Antwort. Obwohl Alexander friedlicher Natur war und sich zuerst aus der großen Auseinandersetzung zwischen Frankreich und den anderen Ländern heraushalten wollte, gelangte er schließlich immer mehr zu der Überzeugung, dass er eine göttliche Mission zu erfüllen habe im Widerstand gegen »den Unterdrücker Europas und den Weltfriedensstörer«.

Als Napoleon in der Hoffnung, der Herr ganz Europas zu werden, wenn er Russland besiegte, zum großen Schlag ausholte und sich den Weg nach Moskau erkämpfte, musste er sich während des russischen Winters geplagt von Hunger, Kälte und den Überraschungsangriffe der Russen geschlagen zurückziehen.
Nun aber kam die Reihe an Alexander. Erfüllt von dem Gefühl eines göttlichen Auftrags, trieb er seine Armeen an. Er sammelte um sich eine Koalition der europäischen Mächte, erzielte eine ganze Reihe militärischer Erfolge und marschierte schließlich am 31. März 1814 triumphierend in Paris ein, wo er zusammen mit den anderen verbündeten Monarchen Napoleon absetzte. Dann begann der Wiener Kongress, der einen der glänzendsten Höhepunkte in der Laufbahn Alexanders bedeuten sollte, gelang es ihm doch, hier jenes Bündnis zustande zu bringen, das seinen ureigensten Stempel tragen sollte. Er konnte nun heimziehen und Russland einen neuen Frieden geben.
Aber wieder einmal in der Geschichte Russlands wurden die leeren Versprechen nicht erfüllt. In den vierundzwanzig Jahren von Alexanders Regierung erlangten nur 47000 von den zwei Millionen Leibeigenen ihre Freiheit. Die Verfassung mir der Aufhebung der Leibeigenschaft vermoderte in einem Aktenregal.
Russlands Kultur war noch nicht so weit fortgeschritten, trotz seiner jungen Adligen, trotz der Dichter und der Journalisten. Hätte Alexander die Leibeigenschaft durch einen Erlass beseitigt und die Aristokraten ihrer Feldarbeiter und Hausdiener beraubt, so hätte er seinen Kopf verloren. Und obwohl er ehrlich die Absicht hegte, eine konstitutionelle Regierung zu errichten, konnte er sich doch nie zu einer wirklich entscheidenden Tat aufraffen, blieb sein Wesen irgendwie gespalten, und kein Mensch vermochte je zu sagen, was er wirklich dachte. So hörte Alexander auf, die Hoffnung seines Landes zu sein, und immer mehr Menschen fanden sich nun, die von Revolution flüsterten, denn ein Windhauch der Freiheit wehte noch immer in der Welt. Alexander, niedergedrückt von den enttäuschenden Fehlschlägen seiner Innenpolitik, begann von Abdankung zu sprechen.

Das Geheimnis um Alexander

Er war achtundvierzig Jahre alt, als ihn ein schweres Fieber befiel, und am 1. Dezember 1825 wurde bekannt gegeben, dass er in Taganrog auf der Krim gestorben sei. Jener Hauch des Mystisch-Geheimnisvollen, von dem Alexander sein ganzes Leben umgeben gewesen war, endete nicht mit seinem Tod. Beharrlich hielt sich unter dem Volk die Überlieferung, dass Alexander gar nicht gestorben sei, sondern seinen Tod nur habe vortäuschen lassen, um fortan das Leben eines heiligen Pilgers zu führen. Mehrfach hörte man von einem Einsiedler namens Fedor Kusmitsch, dem von dem nachfolgenden Zaren angeblich eine unerklärbare Ehrerbietung entgegengebracht worden sei und der seine Tage als heiliger Mann im Jahre 1864 in Sibirien beschloss. Niemand wird die Wahrheit dieser Legende nachprüfen können, doch ging immerhin in den Jahren nach 1920 eine Nachricht durch die Presse, dass die bolschewistische Regierung den Sarg Alexanders 1. habe öffnen lassen und dieser leer gewesen sei. Alexanders Tod oder Verschwinden ließ Russland für den Augenblick in einer schweren Verwirrung zurück.

Alexander der sich bis zu seinem Lebensende nicht verzeihen konnte, seinen eigenen Vater durch sein stummes Einverständnis zum Komplott vom Thron gestoßen zu haben und so an seinem Tod mitverantwortlich zu sein.
Alexander blieb kinderlos und so ging der Thron an seinen Bruder Nikolaus.


Nikolaus I.          1825 - 1855      Herzen!

Geb.: 1796                                                                                             Gest.: 1855
Regierungszeit: 1825-1855
Der dritte Sohn des Zaren Pauls I und Zarin Maria Fyodorowna.
Kam zum Thron nach dem Tod seines älteren Bruders, des Zaren     Alexander I. (1777-1825) und infolge des Thronverzichtes vom           zweitältesten Bruder Konstantin.
Heiratete 1817 die Preußische Prinzessin Frederica Luisa Charlotte Wilhelmine, die nach der Annahme des Russisch-Orth. Glaubens zur   Alexandra Fyodorowna umbenannt wurde. Sie hatten 7 Kinder, unter       ihnen den zukünftigen Zaren Alexander II.
Nach Alexanders plötzlichem Tod war es eine Zeit sehr unklar wer den zukünftigen Thron besteigen sollte. Der zweitälteste Bruder Konstantin, der glücklich und verheiratet in Polen lebte und bewusst auf den Thron verzichtete, oder der jüngste und beim Volke unbeliebtere Nikolaus, der ebenfalls auf den Thron nicht scharf war. Diese Verwirrung aber schuf die Gelegenheit, zur einen Revolution, die von jungen Offizieren und ihren Gefährten geplant wurde. Während den Napoleonkriegen in Frankreich nestelten sich bei den jungen russ. Offizieren die Revolutionsideen ein. (Frankreich hatte bereits 1789 die "Französische Revolution")
Der Thron ging schließlich an Nikolaus I., der einen Ruf als ein autokratisch sturer Esel hatte. Es sollte die erste  Revolution in der russischen Geschichte sein.  Am 26. Dezember 1825 erzählten die Offiziere den Soldaten, dass Nikolaus versuche, Konstantin um den Thron zu betrügen, und auf Drängen  der Offiziere schreiten die Truppen: »Konstantin und Verfassung!" 3000 Soldaten verweigerten dem neuen Zaren den Treueid. Der Aufstand wurde    mit Kanonen beschossen und schließlich niedergeschlagen. Nikolaus selbst  nahm an den Untersuchungen teil, und es gelang ihm, den Aufrührern ein volles Geständnis zu entlocken. In den monatelangen Nachuntersuchungen, die noch folgten, wurden an die sechshundert Personen verhaftet und hunderteinundzwanzig in einen Prozess verwickelt. Fünf Organisatoren wurden zum Tode verurteilt. Der Dekabristenaufstand bestärkte den reaktionären Nikolaus in seiner Überzeugung, Russland müsse mit eiserner Hand regiert werden.
Nikolaus organisierte Polizeitruppen, die rigorose staatliche Kontrollen ausübten und im ganzen Land operierten. Das Aufkeimen revolutionärer Ideen unterband man durch eine strenge Pressezensur. Gleichzeitig wurde Russen verboten, ins Ausland zu reisen, und Ausländern machte man die Einreise schwer. Die Reaktion auf diese neue Unfreiheit rief sämtliche Organisationen der intellektuellen Oberschicht.
19 Aug. 1851 fuhr der Zar mit seiner Familie als erster Gast auf der fertigen Eisenbahnstrecke von St.-Petersburg nach Moskau. Am 1.Nov des gleichen Jahres wurde der Zugverkehr für die Befölkerung eingeführt.

Außenpolitisch:
Zu Beginn seiner Herrschaft erwarb er von den Christen bewohntes Teil-   gebiet Armeniens, das zu Persien gehörte und errang einen Sieg über die Türken. Nikolaus befreite damals die Griechen von der Türkenherrschaft   und annektierte fast den gesamten Kaukasus, das sich als sehr kräftezerrend  erwies. 1831 beschwor der Aufstand in Polen eine Krise herauf, wurde aber niedergeschlagen. 1849 intervenierte Russland in Ungarn. 
1853 - 56  erlebte Nikolaus hingegen ein militärisches Fiasko im Krimkrieg,   wo sich Russland einer Allianz von Engländern und Franzosen gegenüber- stellen musste, die durch die russischen Expansionsgelüste alarmiert wurden   und der Türkei zur Hilfe eilten. 

Innenpolitisch:
In drei Jahreszehn einer despotischen Regierung war es Nikolaus I. nicht gelungen, jene Unruhen zu unterdrücken, die mit dem Dekabristenaufstand ihren Ausgang genommen hatten. Das Land lag verarmt, die Verwaltung war rückständig und verderbt und voller Furcht vor einem Aufstand der Leibeigenen. Russlands innere Schwäche führte auch zu jener schweren Niederlage im so genannten Krimkrieg, in den Nikolaus sein Land verwickelt hatte. Noch während des Krieges musste Alexander II. nach dem Tode seines Vaters schweres Erbe antreten, und sich demütigende Friedensverträge aufzwingen lassen. Nikolaus I. starb im März 1855.
1859 wurde in der Mitte des Isaaks-Platzes ein Denkmal für Nikolaus I. enthüllt. 



Alexander II.       1855 - 1881   Herzen, Bauernbefreiung 1861

Alexander II. Nikolaewich
Geb.1818                                                                                                   Gestorben 1881 durch einen Attentat
Regierungszeit 1855 - 1881
Ältester Sohn des Zaren Nikolaus I. (1796-1855) und Alexandra       Fjodorowna (1798-1860).
Heiratete die deutsche Prinzessin Maximiliana Wilhelma Augusta Maria           von Hessen-Darmstadt (1824 - 1880) die den Russisch-Orth. Glauben    annahm und zur Maria Alexandrowna wurde. Acht Kinder stammen aus               dieser Ehe unter ihnen der zukünftige Alexander III.
Charaktereigenschaften: Aktivist, Reformer, Diplomat
Frühling 1861. Durch ganz Russland eilten die Ausrufer, um in den schlammigen Dorfplätzen ein neues Gesetz des Zaren bekannt zugeben, das dieser am 13. März 1861, am Jahrestag seiner Thronbesteigung, unterzeichnet hatte. Millionen von Leibeigenen konnten es noch nicht fassen und hörten misstrauisch die Rufe: Zar Alexander II., der Sohn des Zaren Nikolaus I., hob die Leibeigenschaft auf. Er wagte das geradezu Unmögliche, weil sich für ihn sonst kein anderer Weg bot. In drei Jahreszehn einer despotischen Regierung war es Nikolaus I. nicht gelungen, jene Unruhen zu unterdrücken, die mit dem Dekabristenaufstand ihren Ausgang genommen hatten. Das Land lag verarmt, die Verwaltung war rückständig und verderbt und voller Furcht vor einem Aufstand der Leibeigenen.
Russlands innere Schwäche führte auch zu jener schweren Niederlage im so genannten Krimkrieg, in den Nikolaus sein Land verwickelt hatte. Der Versuch des Zaren, damals die Türkei niederzuwerfen, war infolge des Eingreifens in England und Frankreich kläglich gescheitert. Noch während des Krieges musste Alexander II. nach dem Tode seines Vaters schwere Erbe antreten. Die Niederlagen aber ließen den Trend und zahlreiche andere kritisch denkende Russen erkennen, dass Russland aufhören würde, weiterhin als eine bedeutende europäische Macht zu gelten, wenn es nicht seine soziale und ökonomische Struktur von Grund auf wandelte.
Die Grundlage aber für diese Struktur bildete die Leibeigenschaft, und Alexander zerstörte sie. Er gab damit seinem Volke ein geradezu ungeheuerliches Versprechen. Er schien auch bereit, es wirklich zu erfüllen, als er zugleich den Anstoß zu anderen Reformen gab. Aber er schuf sich damit nur selbst immer neue Probleme und Schwierigkeiten.
Die Russen hatten die Freiheit kostet, und nun kam erst der richtige Appetit. Die Befreiung der Leibeigenen wandelte die meisten Bauern in Pächter, die zu wenig Land verfügten; der Rest blieb an Kollektivfarmen gebunden. Und die früheren Leibeigenen schreiten nun laut nach einer zweiten Neuordnung, die ihnen mehr Land und weitere Freiheiten bringen sollte.

Alexander II. befreite Russlands Leibeigene. Aber auch er konnte das Land nicht mehr retten.
Die Adligen dagegen forderten eine Verfassung und eine Legislative. Hier gebot Alexander Halt. Und bald erkannten die Russen, dass es keine zweite Emanzipation, keine freien Reden, keine Legislative geben würde. Einigen radikalen Studenten schien daher eine gewaltsame Revolution  und nicht eine Reform  die einzige Hoffnung für ein neues Russland zu sein.
Am 16. April 1866, als Alexander in St. Petersburg seinen Wagen bestieg, schoss ein Student namens Dmitrij Karakoso mit einer Pistole auf ihn. Der Schuss verfehlte sein Ziel, aber er löste neue Unterdrückungen aus. Und damit begann der Kampf zwischen den Revolutionären und den Zaren, der bis 1917 dauerte. Studenten, die wegen ihrer radikalen Ideen der Universitäten verwiesen wurden, bildeten geheime Zellen mit dem Ziel der Errichtung eines demokratischen Regimes oder gar eines sozialistischen Staates. Die radikalsten Forderungen erhoben die »Nihilisten«, die den »fürchterlichen, völligen, allgemeinen und mitleidlosen Untergang der Gesellschaft« predigten, und die »völlige Emanzipation und Glückseligkeit des Vollerstrebten. Geheime Druckpressen schütteten das Propagandamaterial aus, geheime Werkstätten fälschten Reisepässe. die höchsten Regierungskreise gelang es den Revolutionseinzudringen. So gehörte auch die zarte Tochter des Generalgouverneurs von St. Petersburg, Sofja Per6wskaja, zu den Tihilisten. Verschwörungen lösten Unterdrückungen aus, Unterdrückungen brachte neue Verschwörungen. Eine Mine wurde unter Alexanders Zug gelegt, doch der Zar blieb unverletzt. Ein Revolutionär schmuggelte eine Dynamitbombe in den Winterpalast und zündete sie, als Alexander gerade Gäste erwartete. Die Bombe tötete und verwundete vierzig Wachsoldaten, der Zar entging wiederum dem Anschlag.
Während sich der revolutionäre Geist immer weiter ausbreitete, bewogen Alexanders Ratgeber diesen, doch endlich eine gesetzgebende Versammlung einzuberufen, um die Unterstützung des Volkes zurückzugewinnen. Der Zar stimmte zu und unterzeichnete am 13. März 1881 das Dokument, das Russland ein großes Stück weiter auf dem Wege zur Demokratie führen sollte. Doch es war zu spät. Am gleichen Tage besichtigte Alexander verschiedene Truppeneinheiten, und als er in seinem Wagen zum Winterpalais zurückkehren wollte, warf ein Nihilist eine Bombe. Sie verwundete mehrere Kosaken der Leibgarde. Der Zar verließ seine Equipage, um den Verwundeten beizustehen und mit dem Attentäter zu sprechen. Als sich ein Offizier nach seinem Befinden erkundigte, sagte er: »Ich bin, Gott sei Dank, unverletzt.« In diesem Augenblick schrie ein junger Mann: »Es ist zu früh, Gott zu danken!«, und warf eine zweite Bombe aus kürzester Entfernung. Alexander wurde schwer verletzt zu Boden geworfen und befahl nur noch: »Nach Hause - sterben.« Dann verlor er das Bewusstsein. Zwei Stunden später stellten die Arzte seinen Tod fest. Unter den fünf Attentätern, die man verhaftete und hinrichtete, war auch Sofja Perowskaja.

Auf dem Platze wo Alexander tödlich verblutete, wurde die Erlöserkirche im russischem Still zu Ehren Alexanders erbaut.
Die Ermordung Alexanders II. kündete neue Gewalttaten an. Dieses Bild verfolgte die zwei Zaren nach Alexander wie ein Gespenst.


Alexander III.      1881 - 1894      

Alexander III Alexandrovich
Geb. 1845                                                                                                       Gest.  1894
Regierungszeit: 1881 - 1894
Zweiter Sohn des Zaren Alexander II und seiner Gattin Maria Alexandrowna. Kam zum Thron nach dem politischem Terroranschlag auf seinen Vater. Heiratete die dänische Prinzessin Maria Sophia Frederica Dagmar (1847 - 1928), die als Maria Fjodorowna bekannt wurde als sie den russ.-orth. Glauben annahm.
Alexander III. und Maria hatten 6 Kinder, unter ihnen auch den zukünftigen Zaren Nikolaus II. (1868 - 1918)  
Die Ermordung Alexanders II. verfolgte die nächsten zwei Zaren wie ein Gespenst. So zog der neue Zar mit seiner Familie in ein gut bewachtes Hochsicherheitsschloss in den Petersburger Vorort Gatschina.
Ein kluger neuer Zar hätte leicht alle revolutionären Umtriebe ersticken können, denn der Mordanschlag an seinem Vater löste eine Welle von Zuneigung und Treue zur Krone aus. Doch hatte Alexander II ein Erbe hinterlassen, das sich schon weit von dem unterschied, was ihm selbst einst übertragen worden war. Für Russland begann damals eine Blütezeit von Kunst und Wissenschaft. Alexander III. glaubte nicht an eine Revolution und liebte keine Reformen. Er hob beinahe alle Verbesserungsvorschläge seines Vaters auf, obwohl er die Leibeigenschaft nicht wieder einführen konnte. Er erweiterte die Machtbefugnisse der Polizei, und zunehmend mehr Anarchisten, Populisten uns sozialistische Revolutionäre wurden kurzerhand nach Sibirien deportiert. Allmählich zog sich so die Feindschaft aller Klassen in Russland zu. Erneut flackerte überall der Terror auf.
1887 folgte ein Attentat auf den Zaren dem Alexander III knapp entging.
1898 fand die Eröffnung des Eröffnung des "Russischen Museums" statt, auf Initiative des Zaren Alexander III.
Während seiner Herrschaft erlebte Russland das Zeitalter der Industrialisierung.

Außenpolitisch:
Russland hatte unter seiner Herrschaft Landgewinne in Zentralasien und im Fernem Osten am Pazifik zu verzeichnen. Während seiner 13 jährigen Herrschaft entstand die Transsibirische Eisenbahnstrecke, die größte der Welt, die den europäischen Teil Russlands mit seinen Ostgebieten verband. Alexander III starb 1894. Der Thron ging an seinen Sohn Nikolaus II.
Hinter dem Marmorpalast befindet sich das Denkmal für Alexander III.


Nikolaus II.         1894 - 1918

Nikolaus II Alexandrovich
Geb. 1868                                                                                                      Gest. 1918 (ermordet)
Regierungszeit: 1894 - 1917
Ältester Sohn des Zaren Alexanders III. und Zarin Maria Fjodorowna.

18. Mai 1868: Nikolaus wird als ältester Sohn des russischen Kronprinzen Alexander und seiner Frau, Prinzessin Dagmar von Dänemark, in Zarskoje Selo (Puschkin) geboren. Nikolaus erhält eine Privaterziehung und wird politisch geschult.
1885 - 90 besucht Nikolaus das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Petersburgs, wo er zugleich militärische Ausbildung an der Akademie       des Generalstabs ausübet.
Am 1. November 1894, nach dem Tod seines Vaters wird der Kronprinz als Nikolaus II. Zar von Russland.
Am 26. November heiratet Nikolaus die deutsche Prinzessin Alexandra aus Hessen-Darmstadt. Nach der Annahme des Russisch-Orthodoxen Glaubens, wurde sie zur Alexandra Fjodorowna.
Es gab 5 Kinder in dieser Ehe: Töchter Olga (1895-1918), Tatjana (1897-1918), Maria (1899-1918) und Anastasia (1901-1918), und ein Sohn, Kronprinz Alexis (1904-1918).
Als Alexander III., erschöpft durch seine Bemühungen, die Autokratie aufrechtzuerhalten, am 1. November 1894 starb, verkündete der neue Zar Nikolaus II, gleich zu Beginn seiner Regierung, dass sich an dem autokratischen System nichts ändern werde. „Mögen nun alle wissen, dass ich meine Kräfte dem Wohle des Volkes widmen, das Prinzip der Selbstherrschaft aber ebenso fest und unbeugsam hochhalten werde, wie es mein unvergesslicher Vater getan.“ Alexanders Sohn Nikolaus II. war nicht der Herrscher, der auch nur ahnte, dass der Wettlauf fortdauerte. Ein hübscher, junger Mann, freundlich und sanftmütig, fast schwächlich könnte man sagen, sehr religiös, bis zu einem gewissen Grad von Glaubensschwärmerei, heiratete er die schöne Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt, die ebenso fromme und dem Mystizismus ergebene Enkelin der Königin Viktoria von England.
Die ersten Jahre seiner Regierung verliefen verhältnismäßig friedlich. Seine von ihm sehr geliebte, aber zugleich auch herrschsüchtige Ehefrau Alexandra, gebar vier Töchter. Um so mehr freute sich das Herrscherpaar, als ihnen am 30. Juli 1904 endlich ein Sohn geschenkt wurde. Ihre Freude sollte aber nur von kurzer Dauer sein, denn bald stellte sich heraus, dass der Knabe an einer von der mütterlichen Familie vererbten Blutkrankheit litt. Bei dieser Krankheit vermochte das Blut nicht zu gerinnen, und der Knabe konnte bereits an einer kleinen Wunde verbluten. Nikolaus und Alexandra beteten täglich um ein Wunder. Das Wunder kam am 1. November I905 in Gestalt eines einfachen Bauers, der sich als heiligen Mönch und Prophet ausgab und den Namen Rasputin trug. Rasputin half den Jungen, auch wenn er die Krankheit nicht heilen konnte. Zunehmend gewann er Einfluss auf die Zarenfamilie, und schadete ihren Ruf. Tatsächlich sagte Rasputin den 1.Weltkrieg und den Tod der Zarenfamilie voraus.
Nach der militärischen Niederlage de Russisch-Japanischen Krieges breitet sich im Innland eine gewaltvolle Protestwelle gegen die Politik des Zaren aus. Ein Generalstreik der sozialistisch organisierten Arbeiter legt das öffentliche Leben lahm.
17. Oktober 1905 veranlassen die revolutionären Unruhen Nikolaus II., Grundrechte und eine gesetzgebende Volksvertretung (Duma) auf der Grundlage des allgemeinen Wahlrechts einzuführen (Oktobermanifest). Nikolaus löste das Parlament auf, wann immer es ihm passte und schränkte das Wahlrecht zugunsten besitzender Schichten ein. Seine Überheblichkeit und die unbeliebte Freundschaft der Zarenfamilie zu Rasputin schadeten den Ruf des Romanows.
1914 geht Russland in den Ersten Weltkrieg ein. Nach großen Niederlagen
übernimmt Nikolaus den Oberbefehl über die Streitkräfte. Aufgrund der mili- tärischen Niederlagen, der Versorgungsnot im Reich und der Unzufriedenheit der Bevölkerung kommt es landesweit zu Arbeiteraufständen und Meutereien der Soldaten.
Am 28. Februar 1917: bilden die bürgerlichen Parteien der Duma ein Komitee, aus dem eine provisorische Regierung hervorgeht.
Am 11 März befehlt der Zar die Auflösung der Duma und einen Schießbefehl gegen die Aufständischen. Die Soldaten verweigern sich der Anordnung. Vier Tage später dankt Nikolaus II auf Druck der Generalität, zugunsten seines Bruders, des Großfürsten Michail, ab. Dieser weist jedoch die Krone zurück.
 Am 21. März wird Nikolaus II. und seine Familie unter Arrest gestellt und eine zeitlang im Alexander Palast in Tzarskoje Selo gehalten, später nach Sibirien verbannt.

Am 16. Juli 1918 wird Nikolaus II. zusammen mit seiner Familie in Jekaterinburg (zwischenzeitlich: Swerdlowsk) von bolschewistischen Truppen ermordet.

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