Freitag, 22. April 2011

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Der Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" ist eines der wichtigsten Werke des sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein (1898-1848), das er im Alter von erst 27 Jahren 1925 in Szene setzte.
Eisenstein hatte sich 1918 freiwillig zur Roten Armee gemeldet, wo er bereits in der Informationsabteilung mehr oder minder künstlerisch tätig war - er zeichnete politische Karikaturen. Über das Theater (Bühnenbild, Kostüme) gelangt er schließlich zum Film, 1925 wird sein erster abendfüllender Film "Streik" von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen. Mit "Panzerkreuzer Potemkin" avancierte er kurz darauf bereits in gewisser Weise - auch auf internationaler (obwohl antisowjetischer) Ebene - zum Starregisseur, seine weiteren bekannten Werke werden vor allem die Filme "Oktober" (1928), "Der Kampf um die Erde" ("Die Generallinie", 1929), "Alexander Newski" (1939) oder auch "Iwan der Schreckliche" I-III (1945/46). Im Alter von nur 50 Jahren erliegt Eisenstein 1948 allzu früh einem Herzinfarkt, sein "Panzerkreuzer Potemkin" gilt bis heute als eines der bedeutendsten und besten Werke der Filmgeschichte.
Der Film "Panzerkreuzer Potemkin" hat zwar konkret betrachtet einen fiktiven Inhalt, aber einen realen Hintergrund. In der ersten russischen Revolution 1905 gab es tatsächlich eine Meuterei auf dem russischen Kriegsschiff "Potemkin", als die Marinesoldaten bzw. Matrosen sich gegen die zaristischen Offiziere erhoben. Als der Aufstand auf Odessa überzugreifen droht, wird die zaristische Armee gegen die Bevölkerung, die mit den Matrosen des "Potemkin" sympathisiert, in Marsch gesetzt, die Kämpfe in Odessa dauern beinahe eine Woche. Hier z.B. muss Eisenstein die historischen Tatsachen etwas verkürzen, die Kampfhandlungen an Land dauern hier naturgemäß nicht so lange, sondern werden gewissermaßen in der bekanntesten Szene des Films, der "Treppen-Szene", künstlerisch konzentriert. Diese Szene wurde als Hommage an Eisenstein in späteren Filmen anderer Regisseure oft "zitiert", so z.B. von Woody Allen oder Brian de Palma. In dieser rund sechs Minuten dauernden Szene, marschieren die zaristischen Soldaten roboterhaft die "Richelieu-Treppe" in Odessa hinunter und richten dabei ein rücksichtsloses Massaker an. Das im Hafen liegende Kriegsschiff Potemkin kann jedoch den Vormarsch stoppen. Schließlich wird ein anderes Kriegsschiff, "Georg der Eroberer", auf den Panzerkreuzer Potemkin angesetzt, doch anstatt die revolutionären Matrosen zu überwältigen, schließt sich die Besatzung des zweiten Schiffes ihnen an. Auch dieses "Happy End" entspricht - leider - nicht den historischen Tatsachen, denn die Revolution von 1905 wurde bekanntlich schlussendlich niedergeschlagen und auch die Matrosen des "Potemkin" wurden verhaftet und von der zaristischen "Justiz" zur "Verantwortung" gezogen.

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