Mittwoch, 9. März 2011

Petersgasse In Bewegung

Als nächstes grosses Projekt beginnen im September die Bauarbeiten im Andlauerhof

CLAUDIA KOCHER
Ein neues Hotel und neue Eigentumswohnungen entstehen derzeit und in naher Zukunft an der altehrwürdigen Petersgasse zwischen der Herbergsgasse und dem Blumenrain.

Dass der untere Teil der Petersgasse in Bewegung steht, ist offensichtlich. Container, Gerüste, Lastwagen. Hier wird gebaut. Am weitesten gediehen ist das Haus an der Petersgasse 2 und 4. Aus den beiden Häusern wird ein Hotel namens Diana. Der Vier-Sterne-Betrieb mit 48 Zimmern wird bereits Ende Oktober, Anfang November eröffnen. Michel Baly, Verwaltungsratspräsident der Firma Hotel Diana Basel AG, unterhält mit seiner Frau im Elsass bereits sieben familiär geführte Zwei- und Dreisternehotels. Einige Häuser weiter oben, an der Petersgasse 32, wird es Mitte nächstes Jahr ebenfalls Baustellenbetrieb geben. Das Haus erhält im Inneren einen Lift. Die Mieter können bleiben, so auch der Coiffeur Hauptsache im Erdgeschoss.

Verwaltung. 
Auf der anderen Seite der Strasse wird sich ebenfalls einiges bewegen. Die Büros des Hauptsitzes der Basler Kantonalbank (BKB) werden zum Teil in den Südpark beim Bahnhof SBB verlegt, da das Gebäude an der Spiegelund Petersgasse vom Kanton gekauft wird. Noch ist nicht klar, wie es genutzt wird. Die Rede war bisher vom Bau- und Verkehrsdepartement. «Wer einziehen wird, hängt mit der weiteren Nutzung des Münsterplatzes zusammen», sagt Barbara Neidhart, Kommunikationsbeauftragte von Immobilien Basel. Baulich wird in den oberen Stockwerken einiges verändert werden. Die Schalterhalle an der Spiegelgasse bleibt bestehen.

Schon bald los mit den Bauarbeiten geht es beim Andlauerhof. Vor einem Jahr erfolgte die Baueingabe, nun liegt die Baubewilligung vor. Der Zürcher Unternehmer Heiner Schellenberg hatte den Gebäudekomplex an der Petersgasse 36 und 38 aus der Konkursmasse des Finanzjongleurs Dieter Behring ersteigert. Doch das Projekt für 26 Wohnungen scheiterte. Das Eckhaus an der Herbergsgasse 2 kaufte ihm das Hotel Les Trois Rois ab und baute es zum Personalhaus um. Fünf neue Investoren gründeten danach die Firma Andlauerhof AG und erwarben von Schellenberg den Andlauerhof.

Einstellhalle. 
Der Baustart für die Wohnungen, Stadthäuser und Büros soll im September erfolgen. Einsprachen wegen des Näherbaurechts von Balkonen und von umliegenden Mietern sind vom Tisch. Gestartet wird mit dem Bau des unterirdischen Parkings. Vom Studentenwohnheim aus wird ein Tunnel in die Einstellhalle unter dem Hof und unter den Querbau des Andlauerhofs gegraben. Der Tunnelbau wird zwei Monate in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit wird die Herbergsgasse gesperrt sein. Für jede Wohneinheit steht im Schnitt ein Auto in der Halle zur Verfügung, erklärt Brigitte Hasler, zuständig für den Verkauf der Wohnungen des Andlauerhofs. Das Bauprojekt wird von den Villa Nova Architekten durchgeführt, die schon für den Umbau des «Les Trois Rois» verantwortlich waren. 17 Wohneinheiten entstehen, alle sind in ihrem Grundriss verschieden. Die günstigste Wohnung kostet 690 000 Franken. Die durchschnittlichen Preise für die Wohnungen liegen bei 1,2 bis 1,5 Millionen Franken. Die beiden Stadthäuser sind ab 2,12 Millionen zu haben, die Luxusdachwohnung kostet gar 2,84 Millionen Franken. 

Durchmischung.
«Wichtig ist uns die Durchmischung der zukünftigen Wohnungseigentümer », sagt Hasler. Alle Wohnungen werden rollstuhlgängig, auch werden Dienstleistungen durch bonacasa angeboten. Vier Wohnungen sind bereits verkauft. Das ganze Altstadtensemble, mit Barock-, Gotik- und Querbau steht unter Denkmalschutz. Die ersten Mieter sollen laut Architekt Christian Lang ab Anfang 2012 einziehen können. Noch nichts Neues ist vom Haus Nummer 34 zu hören, dem ehemaligen Hauptsitz von Dieter Behring. Das Haus sei nicht mehr exklusiv bei ihnen, sagt Michel Eglin von der Intercity Group, deren Tochterfirma Wüst und Wüst von der Bundesanwaltschaft den Auftrag erhalten hat, das Anwesen zu verkaufen. Das Verfahren Behring liegt beim Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt. Falls sich für das Luxusanwesen kein Käufer findet, wird das Objekt nach einem allfälligen Urteil wohl zwangsversteigert werden. Früher also oder wohl eher später werden auch dort die Baumaschinen auffahren. Denn das Gebäude muss wohl zurückgebaut werden, vermuten alle, die es von innen gesehen haben.

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